Möglicher letzter Film des Regisseurs Lohnt sich „Ein Glücksfall“ von Woody Allen?

Bonn · Seit Jahren begleiten ihn Missbrauchsvorwürfe, als Regisseur ist er umstritten. Jetzt hat Woody Allen mit „Ein Glücksfall“ seinen womöglich letzten Film gedreht. Kann er mit dem romantischen Thriller noch einmal an seine größten Erfolge anknüpfen – oder ist seine Zeit einfach vorüber?

 Glücklich verheiratet oder alles nur Fassade? Fanny (Lou de Laâge) und Jean (Melvil Poupaud) in Woody Allens neuem Film „Ein Glücksfall“.

Glücklich verheiratet oder alles nur Fassade? Fanny (Lou de Laâge) und Jean (Melvil Poupaud) in Woody Allens neuem Film „Ein Glücksfall“.

Foto: Gravier Productions Inc/Thierry Valletoux

Sie wirkt wie ein Fremdkörper in ihrer eigenen Ehe. Seltsam deplatziert in dieser Welt des verschwenderischen Reichtums. Die dekadenten Ausflüge aufs Land langweilen sie ebenso sehr wie die Freunde ihres Ehemanns: „Sie sind oberflächlich und uninteressant, sie reden nur übers Geld“, beschwert sie sich. Dass ihr Leben auch ganz anders aussehen könnte, wird Fanny Fournier schmerzlich bewusst, als ihr ein früherer Mitschüler auf den Champs-Élysées über den Weg läuft. Alain Aubert, der einst für die Schülerzeitung in New York schrieb, arbeitet heute als Schriftsteller in Paris. Fanny ist vollends überrumpelt von dieser Zufallsbegegnung, gesteht Alain ihr doch schon nach kurzer Zeit: „Ich hätte dich überall erkannt. Ich war verrückt nach dir.“ Die Zweifel sind gesät, Fanny hinterfragt ihr gesamtes Leben. Und nichts wird mehr so sein wie zuvor.