Dokuserie über den Triumph von Brasilien Wie wir uns auf die Fußball-EM einstimmen können

Berlin · Dokuserie im Ersten soll auf die kommende Europameisterschaft einstimmen.

 Grund zu jubeln hatten die deutschen Fußballer 2014 nach dem gewonnenen Finale der Fußball-WM in Brasilien.

Grund zu jubeln hatten die deutschen Fußballer 2014 nach dem gewonnenen Finale der Fußball-WM in Brasilien.

Foto: dpa/Andreas Gebert

Die Fußball-Europameisterschaft im eigenen Land naht mit riesigen Schritten – besonders gut kommt da natürlich die Erinnerung an glorreiche Fußballtage: Die vierteilige Dokuserie „Wir Weltmeister. Abenteuer Fußball-WM 2014“ lässt den Triumph der Nationalmannschaft vor zehn Jahren bei der Weltmeisterschaft in Brasilien noch einmal aufleben. Doch es geht in der vierteiligen Dokumentation, die am 25. Mai im Ersten am Stück gezeigt wird, auch um Pleiten, Pech und Pannen auf dem Weg zum Titel.

Ex-Fußballer Benedikt Höwedes führt den Zuschauer durch den Vierteiler und erzählt, was damals hinter den Kulissen des Trainingscamps „campo bahia“ in Brasilien und während der Matches der deutschen Nationalmannschaft vorgefallen ist. „Vieles sieht noch so aus wie damals“, erinnert sich Höwedes beim Besuch des Camps und zeigt der Kamera, wie Trainer Jogi Löw und seine Jungs 2014 untergebracht waren. Ergänzt werden seine Berichte durch Interviews mit Jogi Löw, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller und anderen, die damals am Erfolg des DFB-Teams maßgeblich Anteil hatten, und es gibt schöne Archivbilder von den Spielen, mit denen die sportliche Dramatik der Weltmeisterschaft 2014 für die deutsche Mannschaft noch einmal verdeutlicht wird. So herrschte nach dem klaren Triumph über Portugal im ersten Match gleich eine so ausgelassene Stimmung in der Truppe, dass die Spieler in der Bar des „campo bahia“ die Korken knallen ließen – so lange, bis ihr genervter Trainer um vier Uhr morgens einschritt und die Kicker ins Bett scheuchte. Gleich das zweite Match gegen Ghana sorgte mit einem mühsamen Unentschieden dann für eine gewisse Ernüchterung. Danach gewannen die Nationalmannschaft alle Spiele und konnte nach dem Finale gegen Argentinien den goldenen WM-Pokal in die Höhe stemmen.

EX-Fußballer Höwedes blickt zurück

Doch der Film von Sven Kaulbars und Martin Roschitz ist mehr als ein reich bebilderter Jubelbeitrag über den Triumph von 2014. Es geht auch um die Sorgen und Nöte eines Fußballprofis, namentlich die von Benedikt Höwedes. Der damals 26 Jahre alte Profi von Schalke 04 stieß 2014 als ein Spieler zur Nationalmannschaft, dem Experten nur wenig Chancen auf Einsätze zutrauten. Weil die Position des linken Außenverteidigers vakant war, bekam der zweikampfstarke Spieler aus dem Ruhrgebiet aber doch seine Chance und rückte in die Mannschaft – auch wenn er sich als gelernter Innenverteidiger nicht immer leicht mit der für ihn ungewohnten Rolle tat. Höwedes, der selbstreflektiert und offen über die Zeit von damals berichtet, litt unter Erfolgsdruck, Selbstzweifeln und Stress – der Druck, der vor und während des Turniers auf ihm lastete, machten Höwedes nach eigener Aussage so schwer zu schaffen, dass ihm buchstäblich die Haare ausgingen – beim Vorrundenspiel gegen die USA wurden die Geheimratsecken des jungen Fußballers in strömendem Regen so offensichtlich, dass er selbst erschrak, als er die Bilder sah. Jogi Löw dagegen fielen die lichten Stellen auf dem Kopf seines linken Außenverteidigers nicht auf: Er habe bei wichtigen Turnieren eher weniger auf die Frisuren seiner Spieler geachtet, versichert der ehemalige Bundestrainer in dem sehenswerten Vierteiler.

„Wir Weltmeister. Abenteuer Fußball-WM 2014“ (Samstag, 25. Mai, 22.30 Uhr, ARD)