T.C. Boyle über Trump „Vielleicht holen ihn die Aliens zurück“

Bonn · Erfolgsautor T.C. Boyle spricht im GA-Interview über Trump und die Welt. Am Montag liest er im Kölner Musical Dome aus „Die Terranauten“.

T.C. Boyle in Köln.

T.C. Boyle in Köln.

Foto: Geister

US-Autor T.C. Boyle stellt am Montag im ausverkauften Musical Dome „Die Terranauten“ (Hanser, 26 Euro) vor. Doch nicht nur. Schon beim Interview im IC zwischen Koblenz und Köln sprach er vor allem über die politische Situation in seiner Heimat.

Mike Pence ist in München, sie touren durch Deutschland. Sind Sie Amerikas alternative Stimme?

T.C. Boyle: Ich denke ja – ich spreche ja mit den Medien seit das alles passiert ist. Ich hoffe und erwarte, dass Trump sich nicht lange halten wird. Ich denke, die Aliens vom dem Planeten, auf dem er geboren wurde, werden kommen und ihn zurückholen.

Ein Milliardär, der eine Welt schafft, in der andere leben – und zwar nach seinen Regeln, das klingt nicht nur nach einer Inhaltangabe Ihres neuen Buchs...

Boyle: Ich weiß. Schon im Buch davor, „Hart auf hart“ ging es um die extreme Rechte. Und „América“, ein älteres Buch ist auch wieder aktuell, weil darin eine Mauer zu Mexiko gebaut werden soll. Und das, wo ich doch nur ein unschuldiger Autor bin, der Romane schreibt...

Boyle: Trump hatte ja schon als Kandidat die freie Presse angegriffen. Jetzt wird er versuchen, uns die Redefreiheit zu nehmen. Und er greift CIA und FBI an, weil sie etwa versuchen seine Verbindungen zu Russland aufdecken. Jetzt hat er einen seinen Milliardärs-Kumpel installiert, diese beiden Abteilungen zu kontrollieren. Es ist beängstigend dahingehend, dass es im klassischen Sinn wie eine faschistische Übernahme unseres Landes ist. Wird unsere Demokratie das überleben? Ich hoffe und glaube, ja. Aber dies sind wirklich dunkle Zeiten für uns.

Boyle: Besorgen Sie mir eine Zeitmaschine, und ich würde mich mit buddhistischen Mönchen vor dem Trump-Building in Brand setzen. Alles, wenn es geholfen hätte! Wir hätten nie gedacht, dass dieser Clown, den wir aus dem Fernsehen kannten, gewinnen könnte. Und die Umfragen waren alles falsch...

Boyle: Als ich jung war, gab es eine Protestbewegung, eine Gegenkultur, die sich gegen den Vietnam-Krieg stark machte. Ich sehe so etwas jetzt wieder entstehen. Meine Frau und meine Tochter waren beim Million-Women-March am Tag nach der Amtseinführung. Das ist meine Hoffnung, dass wir uns gegen die Übernahme unseres Landes wehren! Und vielleicht finden wir ja auch heraus, dass die Wahl nicht in Ordnung war...und es Gründe für eine Amtsenthebung gibt.