Auszeichnung Landesverdienstorden für Herausgeberin Esther Betz

Düsseldorf · Esther Betz ist eine herausragende Persönlichkeit in der deutschen Medienlandschaft - und seit 100 Jahren Zeitzeugin deutscher Geschichte. Jetzt wird sie geehrt für ein außergewöhnliches Lebenswerk.

Hendrik Wüst, Landeschef von NRW, verleiht der Verlegerin Esther Betz den Landesverdienstorden.

Hendrik Wüst, Landeschef von NRW, verleiht der Verlegerin Esther Betz den Landesverdienstorden.

Foto: Henning Kaiser/dpa

Die Ehrenherausgeberin der „Rheinischen Post“, Esther Betz, ist am Freitag mit dem Landesverdienstorden Nordrhein-Westfalens ausgezeichnet worden. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) würdigte die 100-Jährige für ihre jahrzehntelangen Verdienste um die Medienvielfalt, Bildung und Wissenschaft: „Diese Auszeichnung ist eine Ehrung für ein außergewöhnliches und herausragendes Lebenswerk.“

Betz sei auch Zeitzeugin der Demokratie in Deutschland - „der Sternstunden ebenso wie der dunkelsten Zeiten deutscher Geschichte“, sagte Wüst in der Düsseldorfer Staatskanzlei. Wie wichtig freie Medien für eine freiheitliche Gesellschaft seien, habe die promovierte Literatur- und Zeitungswissenschaftlerin nicht zuletzt durch das politische und publizistische Engagement Ihres Vaters erfahren, dem Mitbegründer der „Rheinischen Post“, Anton Betz. Seine 1924 in Neufechingen bei Saarbrücken geborene Tochter wurde 1956 Herausgeberin.

„Die Verfolgung Ihrer Familie durch die Nationalsozialisten hat Sie stark geprägt“, sagte Wüst. Nach deren Schreckensherrschaft habe Esther Betz mit ihrem Einsatz für die freie Meinungsäußerung die Medienlandschaft in der jungen Bundesrepublik wesentlich mitgeprägt.

„Zu einer lebendigen, starken Demokratie gehören ganz entscheidend auch freie Medien“, unterstrich der Ministerpräsident. „Freie Medien recherchieren, prüfen und informieren - ihre Bedeutung für die freiheitliche Gesellschaft ist kaum zu überschätzen.“ Sie seien „Wächter und Schutzschild unserer Demokratie“.

Seit 1985 steht Betz der gemeinnützigen Anton-Betz-Stiftung vor, die sich in enger Verbindung mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf für die Förderung von Wissenschaft und Bildung einsetzt. „Für viele Frauen waren und sind Sie ein Vorbild“, sagte Wüst. „Sie haben sich stets dafür eingesetzt, dass vor allem junge Frauen die Möglichkeit haben zu studieren.“ Ihr sei immer wichtig gewesen, dass Wissenschaft möglichst vielen Menschen zugänglich ist. „Ihre Pionierarbeit und ihr Durchbruch als Frau in einer männerdominierten Zeit sind wegweisend und inspirierend.“

Der Landesverdienstorden NRW wurde 1986 vom damaligen Ministerpräsidenten Johannes Rau (SPD) gestiftet und seitdem nach Angaben der Staatskanzlei an 1759 Menschen verliehen worden.

© dpa-infocom, dpa:240524-99-148440/2

(dpa)
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