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Anklage nach Angriff in Mechernich: 41-Jähriger überlebte Messerangriff nur knapp

Anklage nach Angriff in Mechernich : 41-Jähriger überlebte Messerangriff nur knapp

Bei einem Streit in einem Haus in Mechernich im vergangenen Dezember ist ein 41-Jähriger lebensgefährlich verletzt worden. Eine 33-Jährige muss sich demnächst vor dem Bonner Landgericht verantworten.

Nur dank einer unverzüglich eingeleiteten Not-OP am Marienhospital in Euskirchen überlebte das Opfer den Angriff: Weil sie ihren Lebenspartner mit einem Messerstich in den Brustkorb lebensgefährlich verletzt haben soll, muss sich eine 33-Jährige Frau aus Mechernich demnächst vor dem Bonner Landgericht verantworten.

Die Tat geschah am 13. Dezember vergangenen Jahres: Nach einem Streit, so heißt es in der Anklage, soll der 41-jährige Lebensgefährte der Frau die gemeinsame Wohnung verlassen und sich mit einem Freund aus demselben Haus auf ein paar Bier in der Stadt verabredet haben. Bei dem Streit der aus Polen stammenden Familie – in dem Haushalt lebte auch ein gemeinsames Kleinkind und eine Tochter der Frau aus einer früheren Ehe – ging es wohl darum, wie man die Feiertage verbringen wollte.

Offenbar hatte die Frau zunächst noch Redebedarf: Unzählige Male soll sie zwischen acht und elf Uhr abends versucht haben, ihren Partner auf dessen Handy zu erreichen. Weil ihr das aber nicht gelang, soll sie schließlich rasend vor Wut den Inhalt seines Kleiderschranks sowie weitere persönliche Gegenstände durch ein Fenster in den Hof vor dem Haus geworfen haben.

Als ihr Partner dann deutlich alkoholisiert gegen halb zwölf wieder nach Hause kam, muss er wohl den anstehenden Ärger gerochen haben: Jedenfalls soll er sich zunächst in den Hausflur gesetzt und sich eine Zigarette angezündet haben. Weil sie die Rückkehr aber offenbar bemerkt hatte, soll sich die Frau dann ein Messer mit 20 Zentimeter langer Klinge in der Küche geschnappt haben. Daraufhin, so wird ihr vorgeworfen, habe sie die Wohnungstür geöffnet und ihrem Lebensgefährten die Klinge einmal in die rechte Seite des Brustkorbs gerammt. Anschließend schloss sie wohl die Türe sofort wieder; der Schwerstverletzte wankte zu der benachbarten Wohnung seines Freundes, wo er gerade noch klingeln konnte, bevor er zusammenbrach. Der Nachbar benachrichtigte unverzüglich Rettungsdienst und Polizei. Die Frau konnte in der Wohnung festgenommen werden.

Offenbar war auch die Frau zum Tatzeitpunkt stark alkoholisiert. Im Polizeigewahrsam attackierte sie jedenfalls eine Ärztin, die ihr eine Blutprobe abnehmen wollte. So lautet die Anklage neben versuchtem Totschlag nun zusätzlich auf Widerstand gegen eine Amtsperson und auf Körperverletzung.

Es handele sich bei der Tat um eine äußerst tragische Geschichte, äußerte sich der Anwalt der Angeklagten Albert Stumm: Die Frau sei wegen der familiären Situation äußerst verzweifelt gewesen und ihr täte das Geschehene unendlich leid.