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#allemalneschichtmachen: Ärztin kontert #allesdichtmachen

Kritik an #allesdichtmachen : Notärztin kontert Schauspieler-Protest mit #allemalneschichtmachen

Die Kritik an der Kampagne #allesdichtmachen, mit der am Freitag 53 Schauspielerinnen und Schauspieler vielfach Empörung ausgelöst hatten, reißt nicht ab. Unter dem Hashtag #allemalneschichtmachen ruft eine Medizin-Bloggerin alle Beteiligten dazu auf, auf Intensivstationen mitzuarbeiten.

In der Debatte um die Internetaktion #allesdichtmachen wird die Kritik an den prominenten Teilnehmern immer lauter. Unter #allemalneschichtmachen kritisierten zahlreiche Nutzer im Netz die Aktion als zynisch und nicht konstruktiv. Die Notärztin und Bloggerin Carola Holzner - im Netz bekannt als „Doc Caro“ - rief die an der Aktion beteiligten Künstler dazu auf, mal für eine Schicht im Rettungsdienst oder auf einer Intensivstation mitzuarbeiten. „Ihr habt eine Grenze überschritten“, sagte Holzner, Leitende Oberärztin am Universitätsklinikum Essen, zur Aktion #allesdichtmachen am Samstagabend in einem Instagram-Video. „Und zwar eine Schmerzgrenze all jener, die seit über einem Jahr alles tun.“

Unter dem Motto #allesdichtmachen hatten Dutzende Film- und Fernsehschauspieler, darunter Jan Josef Liefers, Heike Makatsch und Volker Bruch, mit Clips die Corona-Politik der Bundesregierung kommentiert. Die Kampagne hatte am Freitag vielfach Empörung ausgelöst. Den Teilnehmern wurden unter anderem fehlende Empathie und Zynismus vorgeworfen. Zuspruch erhielt die Aktion aus dem rechten Lager, von AfD-Politikern und aus der „Querdenken“-Szene. Einige Künstlerinnen und Künstler distanzierten sich inzwischen und löschten ihre Beiträge.

Am Montagmorgen waren von ursprünglich 53 noch 32 Video-Clips zu sehen. In einem Statement auf der Webseite hieß es, die Kampagne übe „mit Mitteln von Satire und Ironie“ Kritik. „Wenn man uns dafür auf massivste Art und Weise beschimpft und bedroht, ist das ein Zeichen, dass hier etwas ins Ungleichgewicht geraten ist.“ Corona werde nicht geleugnet, die Beteiligten ließen sich „nicht in eine Ecke stellen mit Rechten, Verschwörungstheoretikern und Reichsbürgern“. Es sei jedoch kein offizielles Statement von allen an dem Projekt Beteiligten, hieß es.

Jan Josef Liefers erklärte in der Talkshow „3nach9“ von Radio Bremen am Freitagabend, er habe Menschen vertreten wollen, die unter den Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung leiden. Jedoch sei dafür Ironie vielleicht das falsche Mittel gewesen. Die Aktion habe keinesfalls „rechte Schwurbler und Wirrköpfe“ munitionieren sollen.

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(epd/dpa)