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Amokfahrt Trier: Was über den mutmaßlichen Amokfahrer bekannt ist

Kriminalität in Trier : Was über den mutmaßlichen Amokfahrer bekannt ist

Was hat den mutmaßlichen Todesfahrer von Trier dazu gebracht, mit dem Auto durch die Fußgängerzone zu fahren und dabei gezielt Menschen anzufahren und zu töten? Das ist bislang über den 51-Jährigen aus dem Trierer Stadtteil Zewen bekannt.

Er kenne ihn nicht wirklich, sagt Christian Schnorpfeil. Er ist Ortsvorsteher von Zewen, dem Trierer Stadtteil, aus dem der mutmaßliche Amokfahrer kommt. Hier steht das Elternhaus des 51-Jährigen. Hier hat er zuletzt gewohnt. Vor zehn Jahren ist seine Mutter gestorben. Es gibt Gerüchte, dass es Erbstreitigkeiten gegeben habe. Darauf deutet auch ein Eintrag auf der Facebook-Seite des Mannes hin: „Super Irrenhaus lassen Dokumente und Grundbuch Briefe verschwinden, tauschen Erbscheine“, schimpfte er vor fünf Jahren über das Trierer Amtsgericht. Auch die Trierer Kripo wird von dem Zewener auf seiner Facebook-Seite wüst beschimpft: „Letzte Einrichtung Deutschlands helfen nicht wenn nötig , und wissen schon bescheid wer Tod sein soll wenn sie einen Tatort betreten. Selbst wenn die Polizei einen zu ihnen schickt bewegen sie sich nicht, frei nach dem moto lang lebe der Kaiser, König.“

Ob der mutmaßliche Täter psychische Probleme hatte und ob diese Anlass waren für die Todesfahrt durch die Trierer Fußgängerzone, steht bislang noch nicht fest. Der Leitende Trierer Oberstaatsanwalt Peter Fritzen sagte am Dienstagabend, dass es Hinweise darauf gebe. Eine erste Begutachtung durch einen Amtsarzt habe ergeben, dass möglicherweise eine psychische Erkrankung vorliege.

Fest steht, dass der Mann am Tattag betrunken war. Nach seiner Festnahme wurde bei ihm ein Alkoholgehalt von 1,4 Promille nachgewiesen. Er habe den 51-Jährigen öfter tagsüber an der Dönerbude stehen sehen, wo er mit anderen getrunken habe, berichtet Schnorpfeil. Über psychische Probleme des Mannes sei ihm nichts bekannt. Dass der 51-Jährige aggressiv gewesen oder sich nicht unter Kontrolle gehabt habe, wisse er nicht. „Die Tat war nicht abzusehen“, sagte der Ortsvorsteher volksfreund.de. Der gesamte Ort sei geschockt. „So wie die ganze Stadt über diese Tat geschockt ist.“ Man könne dankbar sein, dass die Polizei den Mann so schnell nach dem ersten Notruf habe festnehmen können, sagt Schnorpfeil.

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Ein Bekannter des 51-Jährigen, der angibt, ihn seit der Kindheit zu kennen, sagte volksfreund.de, dass der Mann immer schon „paranoide Gedanken“ gehabt habe. Aber: „Das habe ich ihm nicht zugetraut“, sagte er im Hinblick auf die Todesfahrt.

Zuletzt soll der Mann in dem Auto gelebt haben, mit dem am Dienstag durch die City gerast ist. Das Auto soll einem Bekannten gehören. Dieser stehe aber nicht in Verbindung mit der Tat, stellte Fritzen am Dienstagabend klar.

Auf seiner Facebook-Seite teilt der Verdächtige, der sich selbst als Fan des Fußballbundesligisten Borussia Dortmund sieht, häufig Bilder mit Sprüchen. Einer davon, den er vor fünf Jahren auf seine Seite stellte: „Auf meinem Grabstein sollte stehen: Spart Euch die Tränen, wo wart ihr, als ich noch lebte?“

Dieser Text ist zuerst im Trierischen Volksfreund erschienen.