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Corona in den Niederlanden: Krankenhäuser in Limburg schlagen Alarm

Zustrom von Corona-Patienten : Krankenhäuser in den Niederlanden schlagen Alarm

In der Provinz Limburg im Süden der Niederlande werden die Kliniken vom Zustrom der Corona-Patienten überwältigt. Ärzte und Pflegepersonal fühlen sich allein gelassen - und schlagen nun Alarm. Patienten könnten nicht mehr versorgt werden.

Krankenhäuser im Süden der Niederlande schlagen Alarm: Sie könnten neue Corona-Patienten nicht mehr versorgen, erklärten fünf Kliniken in der Provinz Limburg am Dienstag. „Wir steuern geradewegs auf eine Blockade des Gesundheitswesens zu und das gesamte System kommt zum Stillstand“, teilten die Kliniken der Provinz mit, die an Deutschland und Belgien grenzt. In den Niederlanden stieg die Zahl der Neuinfektionen zuletzt rasant an.

„Wir sind überzeugt, dass es anderen Teilen der Niederlande bald genauso ergehen wird“, warnten die Krankenhäuser. Bereits jetzt seien die Belegungsraten genauso hoch wie Ende Dezember des vergangenen Jahres. Damals galt in den Niederlanden ein Lockdown. Dieses Mal gebe es keine Aussicht auf Besserung, hieß es in der Mitteilung. „Es scheint, als ob die Pflegeorganisationen und die Beschäftigten die einzigen sind, die noch dieses Gefühl der Krise und der Dringlichkeit haben. Wir fühlen uns allein in diesem Kampf.“

Die Sieben-Tage-Inzidenz in den Niederlanden hat sich innerhalb von zwei Wochen von etwa 30,9 auf etwa 61,1 Fälle pro Tag fast verdoppelt, obwohl mehr als 80 Prozent der Menschen vollständig geimpft sind. Die niederländische Regierung führte in der vergangenen Woche die Maskenpflicht in den Geschäften wieder ein und weitete die Nutzung von Corona-Impfpässen aus. Beide Maßnahmen traten am vergangenen Wochenende in Kraft. Am Freitag will die Regierung erneut zusammenkommen und mögliche weitere Schritte beraten.

Im kommenden Monat soll eine Kampagne für Impfauffrischungen für besonders gefährdete Menschen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen beginnen. Die Limburger Krankenhäuser forderten einen umgehenden Start. Gesundheitsminister Hugo de Jonge erklärte am Dienstag, derzeit werde geprüft, ob das möglich sei. „Wenn es schneller gehen kann, werden wir es auch schneller tun“, sagte De Jonge vor Journalisten.

(dpa)