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Kriminalstatistik: Deutlicher Anstieg bei Wohnungseinbrüchen

Kriminalstatistik : Deutlicher Anstieg bei Wohnungseinbrüchen

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland hat den höchsten Stand seit der Jahrtausendwende erreicht. Auch Straftaten aus der rechten und der linken Szene haben deutlich zugenommen.

Im vergangenen Jahr wurden bundesweit 167 136 Fälle registriert - fast zehn Prozent mehr als im Jahr 2014. Das geht aus der neuen Kriminalstatistik hervor, die Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Montag in Berlin vorgestellt hat. Ähnlich hohe Zahlen gab es zuletzt in den späten 1990er Jahren. Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote bei derartigen Diebstahlsdelikten mit 14,1 Prozent vergleichsweise niedrig.

„Gerade beim Wohnungseinbruch zeigt sich eine überproportionale Zunahme organisierter, reisender Tätergruppen aus Südost- und Osteuropa“, sagte de Maizière. Dank einer verstärkten Zusammenarbeit mit den Herkunftsländern der Täter gebe es jedoch erste Ermittlungserfolge.

Wegen der Flüchtlingskrise gab es im Vorjahr überdurchschnittlich viele Verstöße gegen das Ausländerrecht, beispielsweise durch illegale Einreisen. Rechnet man diese Fälle heraus, liegt die Gesamtzahl der registrierten Straftaten wie im Vorjahr bei gut 5,9 Millionen. Auffällig ist der starke Anstieg bei den politisch motivierten Straftaten, bei denen ein Plus von fast 20 Prozent verzeichnet wurde. Einen deutlichen Rückgang gab es hingegen beim Sozialleistungsbetrug.

Auch Straftaten aus der rechten und der linken Szene haben in Deutschland deutlich zugenommen und einen neuen Höchststand erreicht. Im vergangenen Jahr zählte die Polizei insgesamt fast 39 000 politisch motivierte Straftaten - ein Anstieg um 19,2 Prozent gegenüber 2014. Darunter waren 22 960 rechtsmotivierte Delikte (plus 34,9 Prozent) und 9605 linksmotivierte Delikte (plus 18,3 Prozent). Dies seien die höchsten Zahlen seit der Einrichtung eines gesonderten Meldedienstes für politisch motivierte Kriminalität im Jahr 2001. De Maizière sagte, der starke Anstieg zeige eine „bedrohliche gesellschaftliche Entwicklung“ auf.

Auch die Zahl der politisch motivierten Gewalttaten nahm um gut 30 Prozent zu und erreichte mit etwa 4400 Fällen einen neuen Höchststand. Hintergrund waren ebenfalls kräftige Zuwächse bei rechts- und linksmotivierten Gewaltdelikten. Dabei handelt es sich zum großen Teil um Körperverletzungen. Im vergangenen Jahr kam es auch zu 20 versuchten Tötungsdelikten mit politischer Motivation.

Die Zahl der - überwiegend rechtsmotivierten - Übergriffe auf Asylunterkünfte verfünffachte sich im vergangenen Jahr: 2015 zählte die Polizei 1031 solcher Fälle, 2014 waren es 199 gewesen. De Maizière nannte dies inakzeptabel. Auch die zunehmende linke Gewalt gegen die rechte Szene und Polizisten sei nicht hinnehmbar.