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Digitaler Imfpass: Apotheken stellen momentan keine Impfzertifikate aus

Sicherheitslücke beim digitalen Impfpass : Apotheken können aktuell keine Impfzertifikate ausstellen

Zurzeit können in Apotheken keine Corona-Impfnachweise ausgestellt werden. Grund ist eine Sicherheitslücke, die das „Handelsblatt“ aufgedeckt hat. Der Apothekerverband hat die Ausstellung der digitalen Impfpässe gestoppt.

In Apotheken können momentan keine digitalen Impfzertifikate ausgestellt werden. Grund ist eine Sicherheitslücke auf dem Portal, über das Apotheken die digitalen Nachweise für Geimpfte erstellen können. Dem „Handelsblatt“ war es gelungen, sich mit gefälschten Dokumenten einzuschleusen und falsche Impfnachweise auszustellen.

Das Portal sei zunächst nur für Apotheken vorgesehen gewesen, deren Inhaber Mitglieder in den Landesapothekerverbänden sind, teilt der Deutsche Apothekerverband (DAV) mit. Über deren Daten im Mitgliederverzeichnis sei eine zweifelsfreie und sichere Authentifizierung dieser Apotheken auf dem Portal jederzeit gewährleistet gewesen. Für Apotheken, die keine Verbandsmitglieder sind, aber trotzdem digitale Impfzertifikate ausstellen wollten, sei ein Gastzugang geschaffen worden. „Von den knapp 17.900 auf dem Portal registrierten Apotheken sind nur circa drei Prozent bzw. 470 Apotheken über den Gastzugang angeschlossen“, heißt es in der DAV-Mitteilung. „Nicht-Mitglieder müssen für eine erfolgreiche Registrierung ihre amtliche Betriebserlaubnis und einen aktuellen Bescheid des Nacht- und Notdienstfonds zum Nachweis eines laufenden Betriebs vorlegen.“

Sicherheitslücke: Apotheken können keine digitalen Impfpässe ausstellen

Mithilfe von professionell gefälschten Dokumenten ist es dem „Handelsblatt“ gelungen, einen Gastzugang für einen nicht existierenden Apothekeninhaber zu erzeugen. Unter der gefälschten Apotheken-Identität seien nach DAV-Angaben insgesamt zwei Impfzertifikate ausgestellt worden. „Nach einer entsprechenden Information durch das Handelsblatt hat der Deutsche Apothekerverband in Rücksprache mit dem Bundesgesundheitsministerium die Ausstellung von Zertifikaten am Mittwoch gestoppt“, erklärt der Verband in seiner Mitteilung. Zusätzlich zu einer ohnehin mehrfach pro Woche laufenden Überprüfung der Apotheken, die über Gastzugänge angemeldet sind, wolle man nun eine weitere Prüfung vornehmen. „Diese hat bis zum Donnerstagmittag keine Hinweise auf andere unberechtigte Zugänge ergeben.“

Daher sei davon auszugehen, dass die mehr als 25 Millionen Impfzertifikate, die bisher in Apotheken ausgestellt wurden, alle rechtmäßig sind.

Der Deutsche Apothekerverband will nun prüfen, ob und wo zusätzliche Sicherheitsmechanismen installiert werden können. Wann die Ausstellung von digitalen Impfzertifikaten wieder aufgenommen wird, steht nach DAV-Angaben derzeit noch nicht fest. Der Verband befinde sich im engen Austausch mit dem Bundesgesundheitsministerium.

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(sli)