Unglück auf Mallorca Zwei Deutsche unter den Todesopfern bei Club-Einsturz am Ballermann

Update | Palma de Mallorca · Im beliebten Partyort El Arenal auf Mallorca sind am Donnerstagabend beim Einsturz des „Medusa Beach Club“ mindestens vier Menschen ums Leben gekommen und 16 Personen verletzt worden. Unter den Todesopfern sind auch zwei Deutsche.

Am Ballermann in Arenal (Mallorca) ist das Gebäude des „Medusa Beach Club“ eingestürzt. Unter den vier Todesopfern befinden sich auch zwei Deutsche.

Am Ballermann in Arenal (Mallorca) ist das Gebäude des „Medusa Beach Club“ eingestürzt. Unter den vier Todesopfern befinden sich auch zwei Deutsche.

Foto: dpa/Isaac Buj

Am späten Donnerstagabend sind bei einem Einsturz des Restaurants „Medusa Beach Club“ in der Ausgehmeile im mallorquinischen El Arenal mindestens vier Menschen ums Leben gekommen und 16 Personen teils schwer verletzt worden. Unter den Todesopfern befinden auch zwei Deutsche im Alter von 20 und 30 Jahren. Das teilte die Polizei in Palma am Freitag mit. Auch eine 23-jährige Spanierin und ein 44-Jähriger aus dem Senegal kamen bei dem Einsturz ums Leben. Die beiden verunglückten Deutschen waren mutmaßlich als Urlauberinnen zu Gast auf der beliebten Mittelmeerinsel.

Um 20.30 Uhr waren Teile des Gebäudes des dortigen „Medusa Beach Club“ eingestürzt. Die Polizei sprach von vier Todesfällen. 16 Personen seien mit Verletzungen in Krankenhäuser gebracht worden, teilte die Polizei weiter mit. Fünf der Verletzten seien in kritischem Zustand, hieß es von den Behörden am Freitagmittag. Die restlichen elf seien zwar schwer verletzt, aber außer Lebensgefahr. Die junge Spanierin, die beim Einsturz verunglückt ist, habe in dem Lokal gearbeitet.

Am frühen Morgen suchten Einsatzkräfte unter den Trümmern weiterhin nach Opfern. Weitere Verschüttete wurden aber nicht mehr geborgen. Ein Polizeisprecher übermittelte der Deutschen Presse-Agentur kurz vor Mitternacht: „Mit 90-prozentiger Sicherheit“ seien unter den Trümmern keine Opfer mehr. Die Bergungsarbeiten werden aber so lange wie nötig andauern, möglicherweise „noch viele Stunden“, wie ein Beamter sagte.

Mallorca: Bilder vom Einsturz des „Medusa Beach Club“ am Ballermann​
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Bilder vom Einsturz des „Medusa Beach Club“ am Ballermann

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Überbelastung des ersten Stockwerks als mögliche Ursache

Wie die spanische Zeitung „Diaro de Mallorca“ berichtet, sei vermutlich eine Etage eingestürzt und durch den Gewichtsdruck auch das Erdgeschoss in den Keller gekracht. Das Restaurant sei zudem gut besucht gewesen. Auch erste Überprüfungen der Feuerwehr hätten ergeben, dass die Überlastung des ersten Stockwerks eine mögliche Ursache für den Einsturz sein könnte, wie Feuerwehrchef García mitteilte. Der eingestürzte Teil des ersten Stock sei als Chill-Out-Bereich genutzt worden.

Polizei und Feuerwehr hatten die Unglücksstelle im Ausgehbezirk „Ballermann 1“ nahe der Strandpromenade komplett abgesperrt. Mit Drehleitern versuchte die Feuerwehr vorsichtig einsturzgefährdende Gebäudeteile kontrolliert abzutragen. Angrenzende Lokale und Wohnhäuser wurden aufgrund von Einsturzgefahr evakuiert.

Um die Unglücksstelle versammelten sich nach dem Unglück Hunderte Touristen. Der „Medusa Beach Club“ liegt nur wenige Straßen von den unter deutschen Urlaubern beliebten Kultdiskotheken „Megapark“ und „Bierkönig“ entfernt. Die Polizei rief die Schaulustigen auf, ruhig zu sein, damit die Einsatzkräfte mögliche Verschüttete orten können. Laut GA-Information vor Ort hielten sich die allermeisten auch an diese Anweisung.

Mehrere Personen umarmten sich weinend und spendeten sich gegenseitig Trost. Das Unglück erschütterte zu später Stunde das ganze Land. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach den Angehörigen der Opfer auf X, vormals Twitter, sein Beileid aus und betonte: „Ich verfolge aufmerksam die Folgen des schrecklichen Einsturzes am Strand von Palma.“

Der Bürgermeister von Palma, Jaime Martínez, und die regionale Ministerpräsidentin Marga Prohens fuhren ebenfalls schnell zum Strand, um sich vor Ort ein Bild von der Tragödie und den Rettungsarbeiten zu machen. Martínez rief eine dreitägige Trauer aus.

(Mit Material von dpa)
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