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Engelskirchen: "Windloch" ist größte Höhle in NRW

Vermessung noch nicht beendet : „Windloch“ bei Engelskirchen ist jetzt NRWs größte Höhle

Erst 2019 wurde das „Windloch“ überhaupt entdeckt, jetzt steht es schon an der Spitze der größten Höhlen des Landes. Dabei sind noch nicht einmal alle Winkel erkundet.

Das erst im vergangenen Jahr entdeckte „Windloch“ ist nach aktuellen Forschungen Nordrhein-Westfalens größte bekannte Höhle. Mit mindestens 6769 Metern Ganglänge sei die Höhle bei Engelskirchen im Bergischen Land noch länger als der bisherige Spitzenreiter, die Atta-Höhle im Sauerland, sagte Höhlenforscher Stefan Voigt am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Das habe die aufgenommene Erkundung und Vermessung des Höhlenlabyrinthes gezeigt.

Die Forscher seien mit ihren Messgeräten jedoch noch nicht in alle Bereiche vorgedrungen, sodass das „Windloch“ in der Größen-Rangfolge deutscher Höhlen durchaus noch weiter nach oben klettern könnte. Nimmt man die derzeit rund 6,8 Kilometer zum Maßstab, hat sie den elften Platz inne.

Die Höhlenforscher vom Arbeitskreis Kluterthöhle (AKKH), dessen Vorsitzender Voigt ist, hatten die Erkundung im vergangenen Herbst für einige Monate pausieren müssen, um den Winterschlaf der dort zahlreich zu findenden Fledermäuse nicht zu stören. Nun sei die Arbeit mit vier zweiköpfigen Teams wieder aufgenommen worden.

„Die Höhle wäre auch ohne diese Länge unglaublich schön“, sagte Voigt. Die Experten seien darin auf einen „unglaublichen Mineralien-Reichtum und hervorragende Gipsformationen“ gestoßen, schilderte er. Ziel der Erkundungen sei es nun, die Höhle in einem ersten Schritt zu vermessen und wichtige Funde zu dokumentieren. Dabei böten sich zahlreiche Ansätze für wissenschaftliche Forschung: Eine solche Höhle könne man lesen wie ein Archiv für die Geschichte der Landschaft und des Klimas.

Die Schätze des „Windlochs“ werden jedoch nach Angaben der Forscher nie für viele Menschen unmittelbar zu bestaunen sein. „Das wird hier keine Schauhöhle werden können, dafür sind die Gesteinsformationen viel zu empfindlich“, sagte Voigt. Um das „Windloch“ vor Eindringlingen zu schützen, sei der Eingang verschlossen und mit Videokameras und einer Alarmanlage gesichert worden.

(dpa/lnw)