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Essen: Gottesdienst mit fast 100 Teilnehmern aufgelöst

Einsatz der Polizei : Gottesdienst mit fast 100 Teilnehmern in Essen aufgelöst

Die Polizei hat am Donnerstagabend in Essen einen Gottesdienst mit fast 100 Teilnehmern aufgelöst. Die Besucher hätten weder Masken getragen noch den vorgeschriebenen Abstand eingehalten.

Die Essener Polizei hat einen Gottesdienst mit fast 100 Teilnehmern wegen massiver Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung aufgelöst. Als die Polizei am Donnerstagabend in der Kirche eintraf, befanden sich 88 Erwachsene und 10 Kinder in dem Gotteshaus, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Keine der anwesenden Personen habe einen Mund-Nasen-Schutz getragen oder sich an den erforderlichen Mindestabstand gehalten. Auch sei keine Liste der Teilnehmer zur Kontaktnachverfolgung geführt worden.

Zu dem Einsatz war es gekommen, nachdem ein Anrufer zuvor die Polizei informiert hatte. Bei den Gottesdienstbesuchern handelte es sich überwiegend um rumänische Staatsbürger, die in Gelsenkirchen wohnen. Die Polizei nahm die Personalien auf und erstattete Anzeige. Die Stadt Essen als zuständige Behörde wurde eingeschaltet.

Zunächst blieb unklar, wer zu dem Gottesdienst eingeladen hatte. Die Kirche war bis 2016 von der Neuapostolischen Kirche für Gottesdienste genutzt geworden. Später wurde das Gebäude profaniert und 2017 veräußert, wie die Freikirche am Freitag mitteilte. Das Gebäude werde derzeit „von einer anderen christlichen Gemeinschaft genutzt“, hieß es weiter.

Vor dem Hintergrund der Corona-Schutzverordnung sind in den vergangenen Wochen immer wieder einzelne Gottesdienste von freikirchlichen Gemeinden in die Schlagzeilen geraten, in denen zum Teil massiv gegen Hygieneauflagen verstoßen wurde. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte in dieser Woche angekündigt, dass die Gottesdienste freikirchlicher Gemeinden verstärkt überprüft werden sollen. Man treffe immer wieder auf „einzelne freikirchliche Gemeinden, die sich an keine Regeln halten, und das wird nicht länger geduldet“, erklärte er.

(epd)