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FFP2-Masken für Risikogruppen: Warum viele noch auf ihre Gutscheine warten

FFP2-Masken für Risikogruppen : Warum viele Versicherte noch auf ihre Masken-Gutscheine warten

Menschen, die über 60 Jahre alt sind oder zu einer bestimmten Risikogruppe zählen, dürfen sich zwischen Januar und April in zwei Phasen insgesamt zwölf FFP2-Masken in der Apotheke abholen. Viele haben aber noch keine entsprechenden Gutscheine zugeschickt bekommen.

Rund jeder Dritte in Deutschland ist dazu berechtigt, sich während der Wintermonate FFP2-Masken gegen Zuzahlung eines kleinen Eigenanteils in der Apotheke abzuholen. Das Angebot richtet sich an Menschen mit besonders hohem Risiko für einen schweren Verlauf im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus - also an über 60-Jährige und an bestimmte Risikogruppen.

Nachdem sich Betroffene bereits im Dezember je drei Masken abholen konnten, ist im Januar die zweite Phase gestartet: Die Krankenkassen verschicken seit dieser Woche Gutscheine für zweimal je sechs Masken. Zugezahlt werden muss pro Abholung ein Eigenanteil von zwei Euro. Der erste Gutschein kann bis zum 28. Februar eingelöst werden, der zweite Gutschein im Zeitraum zwischen dem 16. Februar und dem 15 April.

Wer bislang keine Post von seiner Krankenkasse bekommen hat, sollte sich nicht verunsichern lassen. Ein großer Teil der Gutscheine wurde noch nicht verschickt, weil er den Krankenkassen bislang nicht vorliegt. Diese erhalten die Gutscheine in drei Tranchen von der Bundesdruckerei und versenden sie dann an die Versicherten weiter. Laut Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbands Nordrhein, könnte sich der Versand noch bis in den Februar hinziehen. In den Apotheken im Rheinland führe das aktuell zu Aufklärungsbedarf bei vielen Kunden, sagt er.

Die Krankenkassen verschicken die Gutscheine allerdings nicht willkürlich, sondern in einer bestimmten Reihenfolge. Die Bundesregierung hat festgelegt, dass die Briefe zunächst an Personen ab 75 Jahren geschickt werden sollen, danach an Menschen ab 70 Jahren oder die, bei denen bestimmte Vorerkrankungen vorliegen. In der dritten Welle sollen die über 60-Jährigen Post erhalten.

Bislang wurden kaum Masken in den Apotheken abgeholt

Wie die Techniker Krankenkasse auf Anfrage mitteilt, habe sie bislang bundesweit rund 700.000 Briefe versendet. 3,5 Millionen der rund 10,8 Mitglieder haben die Berechtigung für die Gutscheine. Mit der nächsten Charge von der Bundesdruckerei rechnet die Kasse in der kommenden Woche. Unter den 8,9 Millionen Versicherten der Barmer zählen 4,5 Millionen zu den Risikogruppen. Nach eigenen Angaben habe die Barmer bislang etwa 1,5 Millionen Berechtigungsscheine von der Bundesdruckerei erhalten. Die Kasse geht davon aus, bis zum Ende der ersten Februarwoche alle Scheine geliefert zu bekommen. Die DAK hat nach eigenen Aussagen bislang knapp eine Million Briefe an ihre Mitglieder verschickt. Insgesamt seien in Deutschland drei Millionen DAK-Versicherte berechtigt. Die AOK Rheinland/Hamburg hat bislang rund 290.000 Gutscheine verschickt. Insgesamt sollen 1,1 Millionen Gutscheine an Mitglieder der AOK Rheinland verschickt werden.

Die Apotheken in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis sind auf eine steigende Nachfrage nach FFP2-Masken vorbereitet. Wie Apotheker aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis berichten, gebe es aktuell keine Engpässe bei den Lieferungen der Masken. Aufgrund der zeitversetzten Versendung der Gutscheine sei es bislang auch nicht zu einem Ansturm auf die Apotheken gekommen, heißt es. Im Gegenteil: Der Apothekerverband Nordrhein spricht davon, dass bislang erst sehr wenige Masken abgeholt worden seien.

Für die Stadt Bonn rechnet der Verband damit, dass in den beiden Abholphasen jeweils 660.000 Masken abgeholt werden. Bereits im Dezember haben die Apotheken 330.000 Masken an die Bonner abgegeben. Im Rhein-Sieg-Kreis wurden im Dezember 600.000 Masken verteilt. Der Verband rechnet mit einem Andrang auf 1,2 Millionen Masken in den beiden Abholzeiträumen von Januar bis April. Die Menschen im Kreis Ahrweiler haben im Dezember 130.000 Masken in den Apotheken abgeholt. Für die laufende Phase rechnet der Apothekerverband mit der doppelten Menge.