1. News
  2. Panorama

Studie in den USA: "Flat Earther" erhalten dank Youtube Zuwachs

Studie in den USA : "Flat Earther" erhalten dank Youtube Zuwachs

Youtube-Videos sollen einen entscheidenden Anteil daran haben, dass die Anhängerschaft der Flat-Earth-Theorie wächst. Die Bewegung ist der festen Überzeugung, die Erde sei eine Scheibe.

Zu der Überzeugung, dass die Erde eine Scheibe ist, gelangen Anhänger der Flat-Earth-Bewegung vor allem durch „Aufklärungsvideos“ bei Youtube. Eine Studie der Texas Tech University, die jetzt im Guardian vorgestellt wurde, gelangt zu dieser Erkenntnis.

Ein Forschungsteam der Hochschule hatte 2016 und 2017 die jährlich stattfindende Konferenz der Flacherdler besucht, um dort Besucher zu interviewen. Das Team erkannte schnell ein einfaches Muster. Bis auf eine Person gaben alle 30 Probanden an, durch Youtube-Videos „aufgeklärt“ worden zu sein.

Eines der populärsten Videos reiht über knapp zwei Stunden Länge „200 Beweise, dass die Erde keine rotierende Kugel ist“ aneinander. Über 670.000 Mal wurde das Video bereits aufgerufen. Wie die Erde denn eine Kugel sein könne, wo der Horizont vor unseren Augen doch stets als gerade Linie verläuft, wird dabei etwa argumentiert.

Verschwörungsfanatiker haben gerade im Zeitalter von Donald Trump eine neue Heimstatt gefunden. Auf diversen Internet-Plattformen schießen konspirative Erzählungen ins Kraut, die bereitwillige Abnehmer finden. Youtube spielt dabei eine wichtige Rolle. Das Videoportal erkennt anhand des Wiedergabeverlaufs seiner Nutzer sofort, wer für Verschwörungstheorien empfänglich ist.

Der Algorithmus bedient seine Nutzer fortan mit Inhalten, die das vorhandene Weltbild bestätigen. Wie die Studie außerdem herausgefunden hat, sind die meisten Probanden erst über weiter verbreitete Verschwörungstheorien, wie etwa zu den Anschlägen des 11. Septembers oder der Mondlandung, bei den Flacherdlern angelangt, weil Youtube diese als verwandte Inhalte vorgeschlagen hat.

Asheley Landrum, die die Untersuchung leitet, ist sich bewusst, dass auch wissenschaftliche Argumente nicht helfen, die hartgesottenen Anhänger unter den Verschwörungstheoretikern zu erreichen. „Aber vielleicht die in der Mitte.“