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Kurioser Vorfall in Metzgerei: Frau will nicht mit Namen angesprochen werden

Kurioser Vorfall in Metzgerei : Frau will nicht mit Namen angesprochen werden

Die neue Datenschutz-Grundverordnung scheint kuriose Züge anzunehmen. In einem kleinen bayerischen Ort möchte eine Kundin beim Metzger nicht mehr beim Namen angesprochen werden - aus Datenschutzgründen.

"Darf es ein bisschen mehr sein, Frau Meier?" Beim Metzger vom Dorf oder im Traditionsgeschäft in der eigenen Straße kennt man sich meist noch mit Namen. Da freuen sich Kunde und Fachpersonal nicht nur über die gegenseitige Freundlichkeit, da nimmt der Käufer statt den gewünschten 250 Gramm auch gerne mal die auf der Waage liegenden 287 Gramm. So weit, so schön.

In Wolnzach scheint diese Kundenbeziehung nun allerdings erschüttert zu werden. Grund ist die Datenschutz-Grundverordnung. Ein Wort, das in den vergangenen Wochen bereits Unternehmen und Privatpersonen gleichermaßen verunsicherte. In dem bayerischen Ort hatte die Fleischereifachverkäuferin einer kleinen Metzgerei eine Stammkundin mit ihrem Namen angesprochen. Das gefiel dieser plötzlich aber so gar nicht. Sie beschwerte sich bei der Angestellten hinter der Verkaufstheke über die persönliche Anrede und verbat ihr, mit Hinweis auf den Datenschutz, sie in Zukunft mit ihrem Nachnamen anzusprechen. Der Donaukurier berichtete jetzt von dem Vorfall .

Die umstehenden Kunden blieben verdutzt stehen, auch die Verkäuferin wusste mit dieser Situation so gar nichts mit anzufangen. Viele schätzen eine solche persönliche Ansprache und freuen sich, erkannt zu werden. Viele, aber eben nicht alle, wie das aktuelle Beispiel belegt. Zwar sieht selbst die Deutsche Knigge-Gesellschaft die persönliche Ansprache als ein Zeichen der Wertschätzung und des Ausdrucks der Höflichkeit dem Kunden gegenüber. Damit lässt sich diese Kundin aber wohl auch nicht überzeugen.

Der Vorfall in der Metzgerei in Wolznach bleibt letztlich wohl nur ein Einzelfall. Dort wird es auch künftig heißen: "Darf es ein bisschen mehr sein, Frau Meier?" Nur bei einer Dame müssen die Verkäuferinnen jetzt eine Ausnahme machen.