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Fußball-EM: Spenden für "weinendes Mädchen" bekommt Unicef

Spenden für „weinendes Mädchen“ : 1:0 für die Mitmenschlichkeit

Das traurige Bild des „weinenden Mädchen“ beim EM-Spiel England gegen Deutschland im Wembley-Stadion ging im Netz viral. Eine Spenden-Aktion eines Walisers hat enormen Zuspruch gefunden. Den Erlös bekommt nun Unicef.

Eine solche Spende erhält Unicef, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, sicherlich nicht jeden Tag. Das hat aber nichts mit der Höhe der Summe zu tun, die in der Tat gering ist im Vergleich zu den jährlichen Gesamteinnahmen der Organisation. Vielmehr geht es darum, wie das Geld zusammengekommen ist.

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Wie an dieser Stelle kürzlich berichtet, wollte Joel Hughes 500 Britische Pfund einsammeln. Der Fußballfan aus Wales hatte sich maßlos über jene britischen Mitbürger geärgert, die ein Mädchen teils übelst verspottet und beschimpft hatten. Bekanntlich hatten Kameras das heftig weinende Mädchen nach der deutschen Niederlage im EM-Spiel gegen England eingefangen und die Bilder auf die Stadionbildschirme sowie auf Fernseher weltweit übertragen – was in Netzwerken, die man in diesem Fall überhaupt nicht sozial nennen kann, zu teils widerlichen Schmähungen führte, etwa mit Bezug zum Dritten Reich.

Die 500 Pfund (umgerechnet gut 580 Euro) sollten dem Mädchen zeigen, dass nicht alle Briten schrecklich sind, wie Hughes auf einer Spendenseite im Internet erklärt hatte. Offenbar teilten viele Menschen den Gedanken, Solidarität dem Hass entgegenzusetzen. Am Ende kamen mehr als 36.000 Pfund (knapp 42.000 Euro) durch rund 3200 Unterstützerinnen und Unterstützer zusammen.

Dieses Geld kommt nun notleidenden Kindern zugute. Schließlich hat die Familie des Mädchens jetzt über die Online-Spendenseite mitgeteilt, dass sie das Geld nicht annehmen, sondern vielmehr an Unicef spenden wolle. So gesehen, hat das Achtelfinalspiel nun zwei Sieger: Die Engländer haben die Deutschen geschlagen – und die Mitmenschlichkeit den Hass.