Haftbefehl gegen Schönheitschirurgen aus Mang-Klinik aufgehoben

Kempten · Der Haftbefehl gegen einen gesuchten Chirurgen, der ohne Zulassung in der Lindauer Bodenseeklinik des bekannten Schönheitschirurgen Werner Mang gearbeitet haben soll, ist aufgehoben worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Kempten am Montag mit.

Nach dem Mann war wegen Verdachts der gefährlichenKörperverletzung gefahndet worden. Er war von Januar 2009 bis August2010 in der Lindauer Klinik als Chirurg tätig und führte dort nachAngaben der Staatsanwaltschaft mehrfach Schönheitsoperationen durch.

Weil der Mann in Deutschland Ende 2008 auf seine Approbationverzichtet hatte, prüft die Staatsanwaltschaft, ob er überhauptoperieren durfte.

Zwar bestehe weiterhin Tatverdacht, allerdings trage dieserderzeit keinen Haftbefehl mehr. "Die Aufklärung desGesamtsachverhalts wird weiter intensiv betrieben, unter anderemwegen gefährlicher Körperverletzung", teilte die Staatsanwaltschaftmit. Weitergehende Erklärungen wollten die Ermittler nicht abgeben.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass wegen diesesFalls auch gegen Mang selbst ermittelt wird - wegen des Verdachts derBeihilfe zu gefährlicher Körperverletzung. Insgesamt geht es nachErmittlerangaben um 274 Fälle. Es muss geprüft werden, ob Mang vondiesen Operationen wusste.

In einer Presseerklärung hatte die Klinik erläutert, der Arzt habebei der Bewerbung eine Schweizer Zulassung vorgelegt und mitgeteilt,dass er für Deutschland eine beschränkte Erlaubnis zur Operationunter Aufsicht habe. Bevor er seine Operationszulassung alsangestellter Arzt zurückerhielt, habe er in Lindau als Hospitantunter Aufsicht 15 Eingriffe erfolgreich durchgeführt.

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