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Ibiza wird wegen stark steigender Corona-Zahlen abgeriegelt

14-Tage-Inzidenz bei 1800 : Stark steigende Coronazahlen: Ibiza wird abgeriegelt

Die bei Deutschen beliebte spanische Urlaubsinsel Ibiza wird wegen stark ansteigender Coronazahlen vorerst bis zum Monatsende weitgehend abgeriegelt. Auch auf Mallorca ist die Lage angespannt.

Ab diesem Samstag wird die Baleareninsel Ibiza weitestgehend von der Außenwelt abgeriegelt. Grund ist ein rasanter und sehr besorgniserregender Anstieg der Corona-Neuinfektionen, teilte Regierungssprecher Pilar Costa in einer Presseerklärung mit. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen war auf Ibiza zuletzt auf mehr als 1800 gestiegen, die 7-Tage-Inzidenz lag bei über 900. Vorerst bis zum Monatsende darf die Nachbarinsel von Mallorca nun nur noch aus triftigem Grund besucht werden - etwa um zur Arbeit oder zum Arzt zu kommen.

Kritische Situation auf den Balearen

Auch auf den anderen Balearen-Inseln ist die Lage kritisch: Laut des spanischen Gesundheitsministeriums lag die 7-Tages-Inzidenz auf 100.000 Einwohner am Freitag auf den Balearen bei 306. Spanienweit wird der Wert mit 410 angegeben. Zum Vergleich: In Deutschland kam man laut Robert Koch-Institut am Freitag auf 115 Fälle pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Die Balearen hatten die Pandemie eigentlich lange Zeit relativ gut im Griff. Doch mit einer erhöhten Bewegungsfrequenz zur Weihnachtszeit und einem erhöhten inländischen Reiseverkehr zwischen dem spanichen Festland und den Inseln stiegen die Fallzahlen rapide an.

Spanien gilt nun als Hochinzidenzgebiet

Am Freitag hat die deutsche Bundesregierung Spanien und damit auch die Balearen nun zum Hochinzidenzgebiet erklärt. Ab Sonntag werden im Zuge dessen die Einreisebeschränkungen noch einmal verschärft: Während Reisende aus "normalen" Risikogebieten spätenstens 48 Stunden nach der Einreise in Deutschland einen Corona-Test machen müssen, müssen sich Rückkehrer aus Hochrisikogebieten bereits 48 Stunden vor der Einreise - also noch im Ausland - testen lasen. Die Bundesländer können zudem die Ausnahmeregeln bezüglich der 10-Tages-Pflichtquarantäne einschränken, die derzeit für einige Reisende gelten.

Sorge im Tourismussektor wächst

Mit Sorgen blickt der Tourismussektor auf Mallorca und den übrigen Baleareninseln deshalb bereits jetzt auf die kommende Saison. Der Tourismus trägt in normalen Zeiten 35 Prozent zum Regionaleinkommen bei. Im vergangenen Jahr waren schon Ende Juni - und damit noch vor der offiziellen Wiederöffnung der Grenzen in Spanien - auf Mallorca erste „Test-Urlauber“ aus Deutschland begrüßt worden, die eine Wiederbelebung des Tourismus einleiten sollten. Doch nach erneut steigenden Corona-Zahlen mussten viele Hotels wieder dicht machen.

Hilfsorganisationen berichten seither von einer drastischen Zunahme der Arbeitslosigkeit und der Armut. Sollte auch die Saison 2021 ausfallen müssen, würde dies die Situation noch einmal verschlimmern. Viele Hoteliers und Gastronomen auf Mallorca und den weiteren Inseln würden dann wohl vor dem endgültigen Aus stehen.

Vor diesem Hintergrund forderte die Gesundheitsministerin der Balearen, Patricia Gómez, vergangene Woche, dass touristische Gebiete wie Mallorca bei der Impfkampagne bevorzugt und möglichst vor dem Sommer großflächig durchgeimpft werden sollten. So sollten jene Regionen priorisiert werden, "die am meisten Bruttoinlandsprodukt eingebüßt haben und wirtschaftlich am stärksten von der Pandemie betroffen sind.“ Derzeit erhalten jene Regionen in Spanien die meisten Impfdosen, in denen mehr ältere Menschen leben und wo die meisten Pflegekräfte tätig sind. Die Balearen schneiden dabei jedoch schlechter ab als andere Regionen mit vergleichbarer Einwohnerzahl, da dort die Bevölkerung jünger als im spanischen Durchschnitt ist und es weniger Angestellte im Gesundheitswesen gibt.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte vergangene Woche erklärt, dass man erst „Ende des Sommers“ mit einer Herdenimmunität von 70 Prozent geimpfter Bevölkerung in Spanien rechne. Dann sei das Land auch bereit, wieder Urlauber zu empfangen. Die touristische Saison auf Mallorca und den übrigen Balearen wäre zu diesem Zeitpunkt allerdings wohl bereits weitestgehend verloren.