Glosse zu klauenden Korrespondenten In der Air Force One stehen nicht mehr alle Tassen im Schrank

Journalisten, die den US-Präsidenten auf Reisen begleiten, haben offenbar eine große Vorliebe für das in der Air Force One verwendete Geschirr. Die Vereinigung der Korrespondenten hat ihre Mitglieder jetzt jedenfalls gebeten, unter anderem entwendete Teller und Tassen zurückzugeben.

 In der Air Force One, dem Flugzeug des US-amerikanischen Präsidenten, fehlen offenbar einige Gegenstände.

In der Air Force One, dem Flugzeug des US-amerikanischen Präsidenten, fehlen offenbar einige Gegenstände.

Foto: picture alliance/dpa/PA Wire/Joe Giddens

Unzweifelhaft macht der Service an Bord der Air Force One, die den Präsidenten der Vereinigten Staaten durch die Gegend fliegt, in Sachen Mehrweggeschirr keinen Fehler. Hier ist alles von solider und mehrfach verwendbarer Qualität. Die White House Correspondents Association, der Zusammenschluss der Journalisten, die regelmäßig Gast des Präsidenten in der Maschine sind, wies ihre Mitglieder jetzt freundlich darauf hin, vermutlich versehentlich eingesteckte Teller, Handtücher, Kissenbezüge oder Tassen mit dem Wappen der Maschine doch freundlichst zurückzureichen. Wie die „Frankfurter Allgemeine“ berichtete, hatten Journalisten das eine oder andere Erinnerungsstück eingesteckt, was schließlich so überhand nahm, dass die Hüter der präsidentiellen Geschirrbestände nicht mehr genügend Tassen im Schrank hatten und sich beschwerten.

Der Klau scheint schon seit Jahren so zu gehen, denn Insider berichteten, es gebe Essen in Journalistenkreisen, bei denen nur von Goldrandtellern mit Wappen der Präsidentenmaschine gespeist werde. Das alles ist natürlich sehr unangenehm für den Korrespondentenverein. Er bietet unauffällige Rückgabe der Stücke an. Warum packen Journalisten unabgewaschenes Geschirr in die Aktentasche? Die Zeiten der schwach ausgerüsteten WG-Küche sind doch vermutlich vorbei. Am Ende geht es vielleicht darum, andere mit dem Erinnerungsstück zu beeindrucken.

Doch wer Kollegen mit solchen Trophäen die eigene Weltläufigkeit beweisen möchte, muss gar nicht in die Illegalität abgleiten. All die schönen Stücke gibt es auf dem Bestellwege – dann freilich gegen Bezahlung. Man kann sie um eine Seifenschale mit dem Wappen des Buckingham Pallace ergänzen. Auch preiswert zu haben. Angeber müssen sich nur zu helfen wissen. msh