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James Bond "Keine Zeit zu sterben": Weltpremiere in London

Stars auf dem roten Teppich : Neuer James-Bond-Film feiert Premiere in London

Am Dienstagabend fand in der Royal Albert Hall die Premiere des lang erwarteten James Bond Films „No time to die“ statt. Es war für die Londoner nach einer langen Zeit ohne Kino ein besonderes Ereignis.

Schon am frühen Nachmittag fanden sich die ersten James-Bond-Fans in der Gegend um die ehrwürdige Royal Albert Hall im Zentrum Londons ein. Viele versuchen schon herauszubekommen, wo sie am besten einen Blick auf die Stars des Abends werfen können – vor allem aber natürlich auf den Hauptdarsteller. Eine der Wartenden ist Catherina Sheehan. „Für uns ist diese Premiere etwas ganz Besonderes. Schließlich ist es der letzte Bond mit Daniel Graig“, sagt die 28-Jährige dieser Zeitung. Etwas enttäuscht ist sie jedoch darüber, dass es für Fans wegen Corona nicht gestattet ist, am Rande des roten Teppichs zu stehen.

Die Freude und Enttäuschung vieler Fans ist verständlich. Denn James-Bond-Fans mussten lange warten, bis sie „No time to die“ von Regisseur Cary Joji nun endlich sehen können. Schließlich sollte er ursprünglich schon im April 2020 gezeigt werden. Der Start wurde jedoch in Folge der Pandemie drei Mal verschoben. Hauptdarsteller Daniel Craig zeigte sich sehr erleichtert darüber, dass der Film nun endlich gezeigt werden kann: Er sagte kürzlich in einem Interview: „Es wäre eine Katastrophe gewesen, wenn der Film online gestreamt hätte werden müssen. Es ist ein Event-Epos, der das Kino feiert.“

Männer tragen ausnahmslos Smoking

Um kurz nach 17 Uhr englischer Zeit ist es dann so weit. Daniel Graig erreicht das abgesperrte Gelände – unbemerkt von den Fans, in einer schwarzen Limousine. Gemeinsam mit ihm nähern sich immer mehr Gäste der Royal Albert Hall. Die Männer tragen ausnahmslos Smoking, die Frauen glitzernde, mondäne Abendkleider. Für diejenigen, die an der Veranstaltung teilnehmen dürfen, ist es schon jetzt ein unvergesslicher Abend. „Wir saßen so lange zuhause. Umso schöner ist es jetzt, sich schick anzuziehen und bei so einem Event dabei zu sein“, sagt Sam aus London, der mit seiner Partnerin zu Premiere kommt.

Tatsächlich läuft der Vorverkauf für den Film in Großbritannien fantastisch. Denn die Briten lieben Bond. Er gilt als populärkultureller Botschafter des Königreichs. Auch dieser Film zeigt wieder Szenen an ikonischen Orten der Stadt - unter anderem in „Whitehall“, einer berühmten Straße im Regierunsviertel. Und so verwundert es nicht, dass neben dem Hauptdarsteller zur Weltpremiere in der Royal Albert Hall auch einige Mitglieder der britischen Königsfamilie angekündigt haben. Darunter Thronfolger Prinz Charles und sein Sohn Prinz William. Auch US-Popstar Billie Eilish soll unter den Gästen sein. Sie singt den gleichnamigen Titelsong „No time to die“.

Wir begeistert man von dem Event in London war, zeigte sich gestern schon Stunden vor der Premiere. Ein Mann, verkleidet als James Bond, vollführte einen beeindruckenden Stunt auf dem berühmten an der Themse gelegenen Riesenrad „London Eye“. Hunderte Meter über der Erde hangelte er sich, an einer Leiter hängend, von einer Kabine in die nächste. Auch in „No time to die” werden wieder spektakuläre Szenen zu sehen sein. So soll der Film noch mehr Explosionen zeigen als der Vorgängerfilm „Spectre“. Doch das ist nicht die einzige Superlative. Der Film ist mit Produktionskosten von umgerechnet rund 290 Millionen Euro auch der teuerste James Bond, der jemals gedreht wurde.

Die Handlung des Films knüpft an „Spectre“ an. Bond befindet sich mittlerweile auf Jamaica: alleine, im Ruhestand, mit einem Alkhoholproblem. Dann jedoch wird er von dem CIA Mitarbeiter Felix Leiter kontaktiert: Bond soll dabei helfen, einen entführten Wissenschaftler zu retten. Die Mission erweist sich jedoch als brandgefährlich.

Ende einer Ära

Für Schauspieler Daniel Graig endet mit seinem letzten James-Bond-Film eine Ära. Schließlich spielte er 16 Jahre lang den berühmtesten Agenten der Welt. Dies rührte den 53-Jährigen sogar zu Tränen. In dem Interview sagte er über seinen letzten Drehtag in London: „Es hat geregnet draußen. Im Pinewood-Studio applaudierte die ganze Crew. Es war sehr bewegend - ein Anti-Klimax. Es waren fast 16 Jahre meines Lebens. Aber James Bond hat nicht geweint - ich habe geweint.“

Craig beschreibt den Film als besonders gelungen. „Ich war wirklich happy, sehr happy. Auch melancholisch. Es ist mein bester. Ein Finale. Ich bin stolz.“ Der 53-Jährige wolle weiterhin als Schauspieler arbeiten: „Es ist ein massiver Thrill in meinem Leben. Ich werde spielen, solange ich kann. Ich liebe das Kino.“ Wer der neue James Bond wird, dass wisse er nicht. „Keine Ahnung. Das ist nicht mehr mein Job“, beantwortete er die entsprechende Frage und fügte hinzu: „Der Neue muss Bond neu erfinden.“