Kabelfernsehen, Bahn Card und Zahlungsmittel Das ändert sich im Juni für Verbraucher

Bonn · Im Juni 2024 ändert sich einiges für Verbraucher. Viele Bahncards gibt es nur noch digital. Kabelfernsehen wird nicht mehr über die Nebenkosten abgerechnet und Zahlungen von Smartphone zu Smartphone sollen auch ohne Paypal einfacher werden.

 Mieter müssen nur noch im Juni den gemeinsamen Kabelanschluss nutzen. Ab Juli dürfen Vermieter die TV-Gebühren nicht mehr auf die Nebenkosten umlegen.

Mieter müssen nur noch im Juni den gemeinsamen Kabelanschluss nutzen. Ab Juli dürfen Vermieter die TV-Gebühren nicht mehr auf die Nebenkosten umlegen.

Foto: dpa/Daniel Reinhardt

Im Juni 2024 ändert sich einiges für Verbraucher. Wir haben die wichtigsten Neuerungen zusammengetragen.

Änderungen beim Kabelfernsehen für Mieter

Mieter müssen spätestens am 30. Juni geklärt haben, wie sie in ihrer Wohnung künftig weiter fernsehen möchten. Ab Juli dürfen Vermieter die TV-Gebühren nicht mehr auf die Nebenkosten umlegen. Die Verbraucherzentralen warnen vor sogenannten Medienberatern an der Haustür oder am Telefon, die auch in Bonn unterwegs waren. Mieter können selbst entscheiden, ob sie das Fernsehen alternativ über Antenne, Satellit oder Streaming in die Wohnung holen oder einen eigenen Vertrag abschließen, informiert die Verbraucherzentrale.

Keine Plastikkarte mehr für Bahncard 25 und 50

Die Bahncard 25 und 50 gibt es ab dem 9. Juni nur noch in digitaler Form. Um das Abo digital zu nutzen, brauchen Kundinnen und Kunden ein Profil in der Bahn-App oder auf der Plattform bahn.de. Vorhandene Plastikkarten können bis zu dem aufgedruckten Gültigkeitsende genutzt werden.

Wer kein Smartphone hat, kann sich in seinem Kundenkonto auf bahn.de eine Bahncard im PDF-Format mit einem QR-Code ausstellen lassen und sie für die Zugfahrt ausdrucken. Das Ersatzdokument soll laut Bahn ab dem 9. Juni im Kundenkonto hinterlegt sein. Auch andere Tickets werden am Automaten nicht mehr verkauft.

Disney+ geht gegen Account-Sharing vor

Wie schon Netflix zum Anfang des Jahres will nun auch Disney ab Sommer gegen das Account-Sharing vorgehen. Ziel ist es, mehr zahlende Kundschaft gewinnen. Disney+ zeigt Titel aus dem Marvel-, Pixar- und dem Disney-Universum und gilt als familienfreundliche Unterhaltung. Wie unterschiedliche Branchendienste melden, will das Unternehmen Personen, die von Disney als Account-Sharer identifiziert werden, dann ein eigenes Abo anbieten.

Extraflüge zur Fußball EM

Die UEFA EURO 2024 beginnt am Freitag, 14. Juni, mit der Eröffnungsfeier in München und endet am Sonntag, 14. Juli, mit dem Finale in Berlin. Laut Eurowings-Chef Jens Bischof sind zahlreiche Sonderflüge zur EM bereits aufgelegt. Es seien von europäischen Flughäfen bereits 70 Sonderflüge mit 13.000 zusätzlichen Sitzen geplant. Diese Zahl könne zu den Finalrunden noch steigen, zudem sei auf den regulären Flügen eine höhere Auslastung zu erwarten. Zusätzliche Inlandsflüge zwischen den zehn Spielorten plant Eurowings hingegen nicht. Ticktes sind im offiziellen Verkauf ausverkauft. Wer selbst ein Ticket zu einem Spiel bekommen hat, kann es kurz vor dem Spiel an Freunde oder Familienmitglieder übertragen.

Handy-zu-Handy-Zahlungen ohne Paypal

Kundinnen und Kunden einiger Banken in Europa können ab Ende Juni untereinander Handy-zu-Handy-Zahlungen durchführen. Das ermöglicht das europaweite Bezahlsystem Wero der Bankeninitiative EPI. In Deutschland nehmen Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Deutsche Bank daran teil. Ende Juni soll die erste Ausbaustufe starten. Ziel der Initiative ist, ein einheitliches europaweites System zum Bezahlen per Karte und Smartphone aufzubauen, um der Kundschaft ein Konkurrenzangebot zu mächtigen US-Konzernen wie Paypal zu machen. Das System Wero wird bei den Sparkassen in die jeweilige App eingebaut.

Europawahl - schon ab 16 Jahren

Bei der Europawahl am 9. Juni dürfen in Deutschland zum ersten Mal Jugendliche ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben. Damit hat sich die Zahl der Wahlberechtigten von rund 61,5 Millionen bei der letzten Wahl 2019 auf rund 65 Millionen Menschen bei dieser Wahl erhöht. In Bonn sind etwa 5500 Erstwählerinnen 16 oder 17 Jahre alt.

Änderungen in Venedig und neue Geldscheine in Großbritannien

Die Lagunenstadt Venedig verbietet vom 1. Juni an von Reiseführern begleitete Touristengruppen mit mehr als 25 Menschen. Auch sind nun Lautsprecher bei solchen Führungen verboten. Jüngst wurden zur Eindämmung des Massentourismus schon Tagestickets eingeführt.

Großbritannien-Reisende könnten mit neuem Geld in Berührung kommen: Ab dem 5. Juni kommen Scheine mit dem Abbild von König Charles III. in Umlauf. Geldscheine mit dem Konterfei der verstorbenen Königin Elizabeth II werden nach und nach aus dem Verkehr gezogen, erklärte das Bank of England Museum in London. Bargeld wird auf den Inseln seit Jahren zunehmend unbeliebter. Es wird nur noch für rund 15 Prozent der Zahlungen genutzt, hieß es bei der Vorstellung der neuen Geldscheine.

Schnellere Einbürgerungen

Zuwanderer können künftig schneller die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Zum 27. Juni tritt die Reform des Staatsbürgerschaftsrechts in Kraft. Einbürgerungen sind damit schon nach fünf statt bisher acht Jahren möglich, bei „besonderen Integrationsleistungen“ sogar nach drei Jahren. Auch Mehrstaatigkeit wird zugelassen. Für ehemalige Gast- oder Vertragsarbeiter in der DDR gilt, dass sie zur Einbürgerung nur mündliche Deutschkenntnisse nachweisen und keinen Einbürgerungstest mehr machen müssen.

Chancenkarte für Arbeitswillige aus Nicht-EU-Ländern

Arbeitswillige aus Nicht-EU-Ländern dürfen ab Juni mit der sogenannten Chancenkarte zur Jobsuche für ein Jahr nach Deutschland kommen. Grundvoraussetzung ist eine mindestens zweijährige Berufsausbildung oder ein Hochschulabschluss im Herkunftsland sowie Sprachkenntnisse in Deutsch oder Englisch. Je nach Sprachkenntnis, Berufserfahrung, Alter und Deutschlandbezug bekommen Interessierte Punkte, die sie zum Erhalt der Chancenkarte berechtigen.

(Mit Material von dpa)
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