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Karneval nur geimpft oder genesen? Gesellschaften aus Bonn und Region zögern noch

Karneval nur für Geimpfte und Genesene? : Karnevalsgesellschaften aus Bonn und Region zögern noch

In drei Monaten beginnt die Karnevalssession – aber wer darf mitfeiern? Karnevalisten Düsseldorf wollen nur Genesene und Geimpfte zulassen. Karnevalsgesellschaften aus Köln, Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis wollen mit der Entscheidung noch abwarten.

Die fünfte Jahreszeit rückt näher, und dieses Mal scheint es mit dem Impffortschritt endlich wieder möglich, Karneval zu feiern. Aber unter welchen Bedingungen wird die Session ab dem 11.11. stattfinden? Bei Veranstaltungen des Comitees Düsseldorfer Carneval sollen nur Personen zugelassen werden, die geimpft oder genesen sind. Viele Karnevalsgesellschaften in Bonn, Köln und dem Rhein-Sieg-Kreis äußern sich noch nicht so eindeutig, planen aber trotzdem schon die Veranstaltungen.

„Wir werden das erst Mitte September entscheiden“, sagte Marlies Stockhorst, Präsidentin des Festausschusses Bonner Karneval, am Mittwoch. Der Verein möchte Impffortschritt und Corona-Zahlen bis dahin abwarten. Aber: „Stand jetzt feiern wir den 11.11., nur mit welchen Regelungen wir das machen, wissen wir noch nicht“, sagte Sprecher Simon Schmid.

Wolfgang Orth, Kommandant des Bonner Stadtsoldaten-Corps, hält Aussagen zu den Rahmenbedingungen der Karnevalsveranstaltungen für „verfrüht. Wir haben unsere erste Veranstaltung im Januar“, sagte Orth. „Bis dahin ist noch viel Wasser den Rhein hinunter geflossen – auch bis nach Düsseldorf.“ Die Sitzungen würden „normal“ geplant und dann an die gesetzlichen Regelungen angepasst.

Karnevalsveranstaltungen an aktuelle Corona-Lage anpassen

„Karneval ist durchführbar“, betonte Jörg Sola-Schröder, Präsident des Siegburger Karnevalskomitees. „Wir sind uns einig, dass wir darauf bauen werden, nur Genesene, Geimpfte und Getestete zuzulassen.“ Die Veranstaltungen, die vorwiegend in geschlossenen Räumen stattfinden, würden an die aktuelle Pandemielage angepasst. Schwieriger wird es laut Sola-Schörder am 11.11. die feiernden Jecken auf den Straßen zu kontrollieren. Das Siegburger Karnevalskomitee überlege, die Sessionseröffnung ins Rhein-Sieg-Forum zu verlegen.

Ferdi Büchel, Präsident der Siegburger Funken Blau-Weiss, macht die Organisation Sorgen: „Unsere Veranstaltungen sind alle schon ausverkauft. Das Problem ist, wir wissen nicht, wie viele Gäste wir reinlassen dürfen.“ Die Frage, ob nun nur genesene und geimpfte Personen oder auch Getestete mitfeiern dürfen, könnte laut Büchel auch betriebswirtschaftlich entschieden werden: Wenn zum Beispiel mit steigender Anzahl geimpfter Gäste auch insgesamt mehr Personen pro Veranstaltung zugelassen werden.

11.11. in Köln nach aktuellem Stand nur mit Geimpften und Genesenen

In Köln, wo der Sessionsauftakt deutlich größer gefeiert wird, ist die Frage nach den Corona-Regeln dringender. Die Kölner Willi-Ostermann-Gesellschaft, die den 11.11. auf Heumarkt und Altem Markt veranstaltet, kündigte gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ an, nach aktuellem Stand nur Geimpfte und Genesene zuzulassen. Einzige Ausnahme wären negativ Getestete, die per Attest nachweisen, dass sie nicht geimpft werden dürfen.

„Für uns stellen sich derzeit noch zu viele offene Fragen, auch ist die Entwicklung der Pandemie sehr dynamisch, wie sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt hat“, sagte Tanja Holthaus, Sprecherin des Festkomitees Kölner Karneval. „Aber natürlich machen wir uns Gedanken und befinden uns im engen Austausch mit der NRW-Landesregierung und allen relevanten Institutionen in Köln.“ Ein verbindliches Regelwerk sei für die Planungssicherheit notwendig. Einlass nur für Geimpfte und Genesene könnte laut Holthaus eine Option sein. Das würde den Schutz der Feiernden und gleichzeitig die Motivation, sich zu impfen, erhöhen.

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