Verdacht der Brandstiftung auf Mallorca Erster Kegelbruder aus NRW darf das Gefängnis auf Mallorca verlassen

Acht der 13 deutschen Urlauber auf Mallorca, die einer Brandstiftung verdächtigt werden, müssen in Untersuchungshaft bleiben. Vier der Gruppe kommen dagegen auf Kaution frei. Einer konnte das Gefängnis bereits verlassen. Wie geht es in dem Fall jetzt weiter?

 Nach ihrer Befragung im Gericht in Palma wurden die Kegelbrüder zurück ins Gefängnis gebracht.

Nach ihrer Befragung im Gericht in Palma wurden die Kegelbrüder zurück ins Gefängnis gebracht.

Foto: Michael Wrobel

Er hatte nur eine kurze Hose und ein T-Shirt an, in der Hand einen schwarzen Müllbeutel und einen Jutebeutel mit seinen Habseligkeiten. Um 22.48 Uhr hat Kegelbruder Tobias K. das Gefängnis von Palma de Mallorca am Donnerstagabend verlassen. Zu diesem Zeitpunkt lag ein langer Tag hinter dem jungen Mann aus Münster, an dem er zusammen mit seinen zwölf Freunden von einem Haftrichter stundenlang zu den Ereignissen am 20. Mai befragt wurde.

An jenem Freitag sollen die 13 deutschen Urlauber mit auf ein Schilfdach geworfenen Zigarettenkippen und Alkohol einen schweren Brand ausgelöst haben. Bei dem Brand waren die Terrasse des Schnitzellokals „Why not Mallorca“, das darunter liegende Bordell „Cupido“, eine Hotelfassade sowie eine angrenzende Wohnung schwer beschädigt worden. Zwei Menschen wurden leicht verletzt. Die 13 Urlauber, die zum Kegelclub „Stramm am Tisch“ gehören, wurden daraufhin als mögliche Täter festgenommen und saßen seither im Gefängnis von Palma.

Verdacht der Brandstiftung auf Mallorca: Tobias K. darf das Gefängnis verlassen

Am Donnerstag wurden sie nun alle erneut vom Haftrichter befragt. Tobias K. konnte dabei glaubhaft versichern, dass er zum Zeitpunkt des Brandes geduscht hatte. Der Richter glaubte ihm. Und so durfte der Münsteraner am Abend das Gefängnis als einziger verlassen.

Weitere vier der Beschuldigten sollen ebenfalls schon bald frei kommen – gegen eine Kaution von jeweils 12.000 Euro.

Nach dem gestrigen Befragungsmarathon hat der Richter dann auch entschieden, dass die übrigen acht Kegelbrüder weiterhin in Untersuchungshaft bleiben müssen - und das ohne die Möglichkeit, auf Kaution frei zu kommen.

Alle 13 Kegelbrüder zusammen sollen zudem 500.000 Euro als Solidarhaftung für den entstandenen Schaden zahlen. Die Bezahlung der halben Million soll sich wohl positiv auf das weitere Verfahren auswirken.

Brand am Ballermann: Einige der Kegelbrüder sind in der freiwilligen Feuerwehr

Bei der Haftvorführung am Tag nach ihrer Festnahme hatten die Urlauber noch von ihrem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern. Der Haftrichter wertete das wohl zunächst als kollektives Schuldbewusstsein und ordnete Untersuchungshaft ohne Kaution an. Bei der zweiten Befragung sollen sich die Beschuldigten nun kooperativ gezeigt und in getrennten Vernehmungen alle Fragen des Richters beantwortet haben. Dabei beteuerten sie jedoch nochmals ihre Unschuld. Statt das Feuer verursacht zu haben, hätten sie sogar versucht, andere Hotelgäste davor zu warnen. Einige von ihnen sind Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr.

Der deutsche Anwalt der Beschuldigten, Raban Funk, ist nach eigenen Angaben im Besitz eines Videos, das von einem Gebäude gegenüber des Hotels aufgenommen worden ist, in dem die Gruppe aus Deutschland untergebracht war. In dem Video sollen zwei Männer zu sehen sein, wie sie etwas auf das Dach des „Why not Mallorca“ kippen. Bei den Männern soll es sich aber um keinen der 13 beschuldigten Deutschen handeln. Allerdings soll die Aufnahme nach Medienberichten offenbar unscharf sein. Die Personen sind darauf nur schwer zu erkennen.

Wie es den acht Beschuldigten, die auch gegen eine Kaution derzeit nicht frei kommen, weitergeht, ist bisher noch unklar. Und so geht dieser Krimi also in die nächste Runde.

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