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Frankreich: Mann erschießt zwei Frauen in Arbeitsagentur und Firma

Frankreich : Mann erschießt zwei Frauen in Arbeitsagentur und Firma

Ein Mann eröffnet in einer Arbeitsvermittlung in Südostfrankreich das Feuer auf eine Mitarbeiterin. Anschließend schießt er auch in einer nahe gelegenen Firma auf eine Frau. Beide Opfer sterben. Zu den Verbindungen gibt es noch offene Fragen.

Im Südosten Frankreichs hat ein Mann zwei Frauen mit Schüssen tödlich verletzt. Bei einer von ihnen handelt es sich um eine Mitarbeiterin der Arbeitsvermittlung in Valence, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Verweis auf den örtlichen Staatsanwalt Alex Perrin berichtete.

Sein zweites Opfer erschoss der Mann demnach in einem Betrieb, in dem er vor Jahren selbst gearbeitet hatte. Der Tatverdächtige wurde festgenommen und kam in Polizeigewahrsam. „Zu diesem Zeitpunkt wissen wir nichts über seine Motivation“, sagte Perrin. Der 45-Jährige hatte am Morgen in der Arbeitsvermittlung auf die Mitarbeiterin geschossen und sie im Brustkorb getroffen. Ob er die Frau gekannt habe, sei ungewiss, sagte der Staatsanwalt. Zu der Tat habe es aber einen Vorsatz gegeben. Die 53 Jahre alte Frau sei noch vor Ort gestorben.

Im Anschluss an diese Tat feuerte der Mann in einem nahe gelegenen Unternehmen auf eine weitere Frau. Kurz später erlag auch die 51-Jährige ihren Verletzungen. Die Regionalzeitung „Le Dauphiné Libéré“ schrieb unter Berufung auf den Staatsanwalt, dass der Mann 2010 in der Firma gearbeitet hatte.

Derzeit sei der aus dem etwa 500 Kilometer entfernten Nancy stammende Ingenieur arbeitslos. Laut Perrin war er in Nancy und nicht in Valence bei der Arbeitsagentur gemeldet. Auf der Flucht war der Verdächtige den Berichten zufolge auf einer Brücke über die Rhône mit einem Polizeiwagen zusammengestoßen, der ihn abfangen sollte.

Frankreichs Premierminister Jean Castex zeigte sich bestürzt. Auf Twitter schrieb er: „Das Drama, das sich in Valence ereignet hat, versetzt das ganze Land in Trauer.“ Seine Unterstützung und die Solidarität der Nation gelte den Familien und Nahestehenden der Opfer. Auch Innenminister Gérald Darmanin drückte sein Beileid aus. Arbeitsministerin Elisabeth Borne besuchte am Nachmittag den Ort des Geschehens. Sie dankte dem Personal der Arbeitsvermittlung für deren nach ihren Worten sehr schwierige und notwendige Arbeit.

Frankreichs Arbeitsvermittlung reagierte umgehend und kündigte an, dass am Freitag sämtliche Filialen geschlossen würden. Auch eine Schweigeminute für die getötete Mitarbeiterin werde es geben, wie die Behörde auf Twitter mitteilte. Wie AFP berichtete, sollten die knapp 100 Zentren der Arbeitsagentur in der betroffenen Region Auvergne Rhône-Alpes bereits ab Donnerstagnachmittag schließen.

© dpa-infocom, dpa:210128-99-211549/2

(dpa)