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Steigende Coronafälle: Mehr als 18.000 Schüler in NRW zwischenzeitlich in Quarantäne

Steigende Coronafälle : Mehr als 18.000 Schüler in NRW zwischenzeitlich in Quarantäne

Die Corona-Zahlen steigen wieder. Davon sind in der Folge durch die Quarantäne-Regelungen auch viele Schüler und Lehrer betroffen. Nach den jüngsten Zahlen aus dem Schulministerium muss damit aber nur ein kleiner Teil der Schüler aus der Distanz den Unterricht verfolgen.

Zweieinhalb Wochen vor Beginn der Herbstferien haben sich zwischenzeitlich mehr als 18.000 Schüler und 1700 Lehrer in Nordrhein-Westfalen coronabedingt in Quarantäne befunden. Das geht aus den jüngsten Zahlen des NRW-Schulministeriums zum Stichtag 24. September hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Am Präsenzunterricht in den Schulen konnten hingegen zu dem Zeitpunkt deutlich mehr als zwei Millionen Schülerinnen und Schüler teilnehmen.

Der Statistik zufolge waren im Detail 18.149 Schüler beziehungsweise 0,9 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Quarantäne. Bei rund 0,03 Prozent wurde eine Corona-Infektion bestätigt, hieß es ohne absolute Zahl. Außerdem waren 1776 Lehrkräfte in Quarantäne. Das entspricht 1,1 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer. Bei weniger als 0,1 Prozent der Lehrkräfte wurde eine Corona-Infektion bestätigt. Eine absolute Zahl wurde hier nicht genannt. Bei rund 150.000 Lehrkräften war der Einsatz im Präsenzunterricht nicht durch die Pandemie verhindert.

Nur elf Schulen waren coronabedingt zu dem Zeitpunkt vollständig geschlossen, hieß es aus dem Ministerium. Das entspricht den Angaben zufolge einem Anteil von 0,2 Prozent. An 5,0 Prozent der Schulen gab es Teilschließungen. In 4237 Schulen konnte den jüngsten Zahlen zufolge an dem Stichtag der reguläre Präsenzunterricht stattfinden.

Die Statistik beruht auf einer Umfrage mit Rückmeldungen von 92 Prozent der Schulen. Summierte Zahlen seit dem Start des Schuljahres liegen nicht vor, hieß es aus dem Ministerium. Unklar blieb, ob der Stand von über 18.000 Schülern in Quarantäne ein neuer Höchstwert ist. Zuvor waren deutlich niedrigere Zahlen seitens des Ministeriums oder durch Medienanfragen veröffentlicht wurden. Zu Quarantäne können nicht nur Kontakte mit infizierten Mitschülern oder Lehrern führen, sondern auch Kontakte im Privat- und Freizeitbereich.

Das Thema Quarantäne landete auch schon vor Gericht. Laut einem Beschluss des Verwaltungsgerichts Düsseldorf wird eine Quarantäne-Anordnung für einen Schüler nicht durch einen negativen Corona-Test verkürzt, der während der Inkubationszeit nur eine Momentaufnahme darstelle. Ein Schüler, der mit einem positiv auf das Coronavirus getesteten Schüler eine Klasse besucht hat, müsse auf Anordnung des Gesundheitsamtes 14 Tage in häuslicher Quarantäne bleiben, entschied das VG Düsseldorf.

Das Gericht lehnte einen Antrag eines Schülers gegen die Quarantäneanordnung im Eilverfahren am Mittwoch ab (Az: 7 L 1939/20) und verwies auf Vorgaben des Robert Koch-Instituts. Personen, die sich in relativ beengter Raumsituation oder schwer zu überblickender Kontaktsituation mit einem bestätigten Covid-19-Fall zum Beispiel in der Kitagruppe oder einer Schulklasse befunden haben, würden unabhängig von der individuellen Risikoermittlung als Kontaktpersonen der Kategorie I eingestuft. Für sie empfehle das RKI 14 Tage häusliche Quarantäne.

(dpa)