Glosse über die Bundesregierung Ohne Papier keine Digitalisierung

Bonn/Berlin · Durch die Digitalisierung soll Papier eingespart werden. Aber das ist offenbar nicht so einfach – wie eine Anfrage eines Abgeordneten an das zuständige Bundesministerium zutage brachte. Die Behörde gibt nämlich ziemlich viel Geld für Papier aus.

Ganz schön viel Papier .

Ganz schön viel Papier .

Foto: Umar - stock.adobe.com/Adobe Stock

Böse Zungen behaupten, Deutschland hänge bei der Digitalisierung hinterher. Das ist natürlich Quatsch! Schließlich ist das Thema hierzulande quasi Chefsache, gibt es doch ein eigenes Ministerium für Digitales, das indes auch für den Verkehr zuständig ist. Freie Fahrt auf der Datenautobahn, sozusagen. „Es gilt: die digitale Transformation zu beschleunigen und damit die digitale Souveränität und internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu verbessern“, heißt es auf der Internetseite des Ministeriums. Aber mit dem sprichwörtlichen papierlosen Büro ist das wohl nicht zu erreichen.

So hat das Ministerium kürzlich auf eine Anfrage des CSU-Bundestagsabgeordneten Reinhard Brandl mitgeteilt, dass die Standorte Berlin und Bonn im Jahr 2022 rund 30.600 Euro für Papier für den Bürobedarf ausgegeben haben. Im Jahr 2023 waren es gut 29.130 Euro und für 2024 rechnet das Ministerium erneut mit 30.000 Euro für Papier.

Die Redaktion der Deutschen Verkehrs-Zeitung hat die Summe he­runtergebrochen. Bei rund 1250 Ministeriumsmitarbeitern ergibt das gut 24 Euro für Papier pro Person. Wer auf bekannten Online-Plattformen sucht, kann Sparangebote finden, bei denen man für 24 Euro bis zu 2500 Blätter in Größe DIN A4 bekommt.

Mit so viel Papier lassen sich viele Denkschriften zur Papierreduzierung durch Digitalisierung ausdrucken. Oder basteln die Verkehrsabteilungen des Ministeriums gar vermehrt Papierflieger und -schiffchen zu Studienzwecken? Diese Frage könnten wir dem Ministerium per E-Mail schicken. Aber nicht, dass wir die Antwort am Ende per Fax bekommen. Dann müssten wir erst einmal herausfinden, wo das Gerät mittlerweile steht.