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Ostfriesland: Neun Ausflügler auf ehemaliger Bohrinsel eingeschlossen

Ostfriesland : Neun Ausflügler auf ehemaliger Bohrinsel eingeschlossen

Von der Flut überrascht: Für neun Tagestouristen nimmt ihr Besuch auf einer ehemaligen Bohrinsel in Ostfriesland eine unschöne Wendung. Am Ende müssen Feuerwehr und Taucher der Wasserrettung anrücken.

Allein auf einer ehemaligen Bohrinsel und rundherum nur Wasser: Insgesamt neun Ausflügler sind auf der stillgelegten Dollart-Bohrinsel Dyksterhusen in Ostfriesland von der Flut überrascht und vom Wasser eingeschlossen worden.

Trotz des auflaufenden Wassers versuchte ein Paar mit seinem Auto noch über die Insel-Zufahrt, einen etwa 400 Meter langen Damm, zurück ans Festland zu fahren, wie der Sprecher der Kreisfeuerwehr Leer, Dominik Janßen, sagte. Die beiden blieben am Ostermontag allerdings mit ihrem Wagen nach wenigen Metern im etwa zwei Grad kalten Wasser stecken und retteten sich nass und unterkühlt zurück auf die Insel.

Die Feuerwehr rückte mit drei Booten und rund 50 Kräften, darunter auch Taucher der Wasserrettung, zu der Insel in der Gemeinde Jemgum (Niedersachsen) an. Das Pärchen wurde mit einem Boot von der Insel geholt und zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Feuerwehrkräfte zogen das im Wasser schwimmende Auto ans Ufer und räumten so die Zufahrt.

Die restlichen Eingeschlossenen mussten in ihren Autos über Stunden auf der Plattform ausharren und auf die Ebbe warten. Am Abend hätten sie die Insel selbstständig und unbeschadet verlassen können, sagte der Feuerwehrsprecher.

Die stillgelegte Bohrinsel nahe der Ortschaft Dyksterhusen ragt weit in die Meeresbucht Dollart hinein. Nach Angaben des Landkreises Leer wurde sie 1964 für Probebohrungen nach Erdgas errichtet. Für Einheimische und Touristen ist sie ein beliebter Ausflugsort.

Die Zufahrt werde mit der Flut zwei Mal täglich etwas unter Wasser gesetzt, sagte Janßen. „Jeder hier weiß, dass das passiert.“ Bei der Feuerwehr sorgte der Leichtsinn der Ausflügler daher auch für Kopfschütteln - zumal es sich bei den Eingeschlossenen um Einheimische gehandelt habe, sagte Janßen.

Zu ähnlichen Einsätzen komme es drei bis vier Mal im Jahr. „Es kann doch nicht sein, dass wir da immer ein Großaufgebot losschicken“, sagte er. Schließlich seien die Feuerwehrleute allesamt ehrenamtlich im Dienst.

© dpa-infocom, dpa:210406-99-103074/3

(dpa)