Ausbruch im Sternensystem „T Coronae Borealis“ Nova-Explosion in den kommenden Monaten am Nachthimmel zu sehen

Bonn · In den kommenden Monaten könnte sich laut der Nasa ein Himmelsspektakel ereignen: Eine sogenannte Nova-Explosion soll ein Sternensystem hell aufleuchten lassen. Wir erklären, wie sich diese bemerkbar macht und ob man sie auch von Bonn aus beobachten kann.

Über dem Sternbild „Großer Wagen“ leuchtet eine Stenrschnuppe.

Über dem Sternbild „Großer Wagen“ leuchtet eine Stenrschnuppe.

Foto: dpa/Matthias Balk

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa erwartet in den kommenden Monaten eine sehr helle Nova-Explosion. Dabei handele es sich um einen Helligkeitsausbruch in dem Sternensystem „T Coronae Borealis“, welcher nur ungefähr alle 80 Jahre vorkomme, teilte die Raumfahrtsbehörde mit.

Normalerweise sei der ungefähr 3000 Lichtjahre von der Erde entfernte Stern nicht mit bloßem Auge sichtbar, erläuterte Norbert Junkes, Sprecher des Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn-Endenich, mit. Während der etwa bis September erwarteten Nova-Explosion scheine „T Coronae Borealis“ aber um mehr als das Tausendfache heller am Himmel und sei damit zum Zeitpunkt seiner maximalen Helligkeit auch gut zu sehen. Er erscheine dann wie ein heller, neuer Stern, schrieb die Nasa.

„T Coronae Borealis“ soll über mehrere Tage mit bloßem Auge und etwas mehr als eine Woche hinweg mit einem Fernglas zu beobachten sein. Es ist gemäß den Angaben der Nasa ein Doppelsternsystem mit einem Weißen Zwerg und einem Roten Riesen. Diese kämen einander so nahe, dass der Rote Riese instabil werde und beginne, die äußeren Schichten abzustoßen. Der Weiße Zwerg sammle dieses Material auf der Oberfläche. Seine Atmosphäre erhitze sich in der Folge so stark, dass es zu einer thermonuklearen Reaktion komme.

Nova-Explosion im Sommer gut von Bonn aus zu sehen

Inwieweit die Nova-Explosion auch von Bonn und der Region aus zu beobachten sei, hänge davon ab, wann sich diese ereigne, teilte Junkes weiter mit. „T Coronae Borealis“ befinde sich im Sternbild „Nördliche Krone“ (Corona Borealis), welches für einen großen Teil des Jahres gut von der Bundesstadt aus sichtbar sei. Weil sich der hellste Stern am Nordhimmel - Acturus im Sternbild Bärenhüter - in unmittelbare Nachbarschaft befinde, lasse sich die Nördliche Krone ebenfalls gut aufspüren.

Wer Acturus finden möchte, sollte laut Junkes zunächst den Großen Wagen am Himmel suchen: Dieser sei sehr auffällig und zirkumpolar, also immer über dem Horizont befindlich und bei einem klaren Himmel gut sichtbar. Die drei linken Sterne des Großen Wagens verlängerten sich im linken Bogen und träfen dann auf Arcturus. Oberhalb des Bogens zwischen Arcturus und der Wagendeichsel befinde sich wiederum die Nördliche Krone.

Im Sommer sei die Nördliche Krone gut am Nachthimmel über Bonn zu sehen, erläuterte Junkes weiter. Im Winter stehe das Sternbild dagegen am Taghimmel und sei damit nur in den frühen Abend- oder Morgenstunden über dem Horizont sichtbar.

Zeitpunkt der Nova-Explosion schwer zu ermitteln

Da man nicht in das Innere von „T Coronae Borealis“ schauen könne, sei es schwierig, einen genauen Zeitpunkt für die Nova-Explosion zu ermitteln. Die drei vergangenen Exposionen im Sternsystem habe man in den Jahren 1788, 1866 und 1946 beobachten können. In seiner Helligkeit vergleichbar ist laut Junkes der Ausbruch der „Nova Cygni“ im Sternbild „Schwan“ (Cygnus) im August 1975. Dementsprechend wäre die bevorstehende Nova-Explosion die hellste seit beinahe 50 Jahren.

(mit dpa-Material)

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