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Schnee in der Eifel: Auch Eifelgemeinde Hellenthal bittet Tagesgäste um Fernbleiben

Zu großer Andrang : Schneegebiete in der Region schlagen Alarm

In der Eifelgemeinde Hellenthal gibt es einen großen Andrang von Tagesgästen. Wie in Winterberg im Sauerland zieht es die Ausflügler in die Schneegebiete, gleiches gilt für die Hohe Acht. Erste Bürgermeister rufen jetzt dazu auf, den Gebieten fern zu bleiben - und Winterberg weitet die Maskenpflicht aus.

Nach Winterberg im Sauerland hat jetzt auch die Eifelgemeinde Hellenthal an schneehungrige Ausflügler appelliert, nicht mehr zu kommen. „So gerne wir die Gäste grundsätzlich haben, so appellieren wir jetzt an die Rücksichtnahme, möglichst nicht zu kommen“, sagte Bürgermeister Rudolf Westerburg (parteilos) am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Rund um die Orte Udenbreth und Hollerath seien alle Parkmöglichkeiten belegt, teilte die Gemeinde auf ihrer Internetseite mit. „Auch das Parken entlang der Bundesstraße ist nicht mehr möglich“, hieß es. Sanitäre Einrichtungen seien „leider keine“ vorhanden.

Dienstag sei bereits der vierte Tag in Folge mit einem „extremen Besucheransturm“, so Westerburg. Er schätzte, dass in den vergangenen Tagen jeweils etwa 1500 bis 2000 Besucher in die Region gekommen sind. Verkehrsstau auf den Zufahrtsstraßen habe es aber nicht gegeben.

Westerburg ließ großes Verständnis für die Ausflügler durchblicken: „85 bis 90 Prozent sind Familien mit kleinen Kindern, die einfach mal aus ihren engen Wohnungen raus wollen“, sagte er. Die Menschen kämen aus allen Richtungen, etwa aus Düsseldorf, Neuss, Köln und Belgien, bis zu zwei Autostunden entfernt.

Elf Mitarbeiter des Ordnungsamtes seien im Einsatz, um die Besucher auf die Einhaltung der Coronaregeln hinzuweisen. Angesprochen würden etwa größere Gruppen. „Die Leute sind alle sehr rücksichtsvoll. Wir haben keine Rüpel oder Pöbeleien. Die Leute sind einfach froh, dass sie einen Ausflug unternehmen können.“ Die meisten kämen nur für zwei, drei Stunden, um ein Naturerlebnis zu haben. „Wir haben auf den Wiesen noch nie so viele Schneemänner gehabt wie am Montag.“

Trotz der Bitte, nicht zu kommen, veröffentlichte Hellenthal einen „Aktuellen Wintersportbericht“. Die Schneewanderwege seien ausgeschildert und mit dem Schlitten gut begehbar, hieß es dort. „Die Loipen sind jedoch nicht gespurt, da die Schneeverhältnisse dieses noch nicht zulassen.“ Auf dem Berg Weißer Stein (692 Meter) liegen laut Gemeinde 16 Zentimeter Schnee.

Mit einem „massiven Maßnahmenpaket“ will die Stadt Winterberg im Sauerland den wiederholten Ansturm von Tagesausflüglern in den Griff bekommen. Wie die Stadt am Dienstag mitteilte, sind etwa eine personelle Verstärkung des Ordnungsamtes, eine deutliche Erhöhung der polizeilichen Einsatzkräfte sowie der Einsatz von Sicherheitsdiensten geplant. Die Maskenpflicht werde auf weitere Gebiete im Stadtgebiet ausgeweitet. Außerdem sollen die Parkflächen erheblich eingeschränkt werden. Vor allem aber hofft die Stadtverwaltung, dass sich möglichst viele Ausflügler gar nicht erst auf den Weg nach Winterberg machen.

Schnee an der Hohen Acht, dem höchsten Gipfel der Eifel an der Grenze der rheinland-pfälzischen Kreise Ahrweiler und Mayen-Koblenz, hat am Dienstag viele Besucher zum Wandern und Schlittenfahren angelockt. Es kam zu Stau, aber ein Chaos wie im Sauerland blieb aus. Zwar sei „viel los“ gewesen, doch seien keine Rettungswege blockiert worden, teilte die Polizei mit. Polizisten vor Ort seien vor allem mit der „Verkehrslenkung“ beschäftigt gewesen. Zudem hätten die Beamten ebenfalls im Einsatz befindliche Ordnungsamtsmitarbeiter unterstützt.

Am Dienstag hatte zudem die Polizei Simmern im Rhein-Hunsrück-Kreis Wanderer und Wintersportler darum gebeten, Schanzerkopf / Gemarkung Argenthal nicht mehr anzufahren. Der dortige Wanderparkplatz sei bereits restlos überfüllt und auch die Zubringerstraße L242 zwischenzeitlich widerrechtlich zugeparkt worden. Die Polizei werde gegebenenfalls Straßensperrungen vornehmen.

(dpa/ga)