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Tempo, Uhu, Labello: Diese Produkte nennt man meist beim Markennamen

GA gelistet : Diese Produkte nennt man meist beim Markennamen

Labello, Tempo, Uhu und Co.: Viele Markennamen haben sich allgemeinen Sprachgebrauch zu einem Synonym für ihr Produkt entwickelt. Wir liefern einen kleinen Überblick.

Wer heute ein neues Papiertaschentuch auf den Markt bringt, hat es wohl schwer. Zumindest wenn es darum geht, mit seinem Markennamen zu punkten. Zu stark hat sich der Ausdruck „Tempo“ in den allgemeinen Sprachgebrauch eingeprägt. Es ist nicht der einzige Markenname, der als Synonym für den eigentlichen Gegenstand herhält. Sprachwissenschaftlich nennt man das übrigens „Deonym“ - ein von einem Eigennamen abgeleitetes Wort.

Die „Zewa“-Küchenrolle

Bei kleineren Flecken in der Küche greift man schnell zur Küchenrolle. Oder eben zum „Zewa“. Mit seinem Slogan „Wisch und weg“ fand die Papierrolle der Zellstofffabrik Waldhof - „Zewa“ entstand als Akronym aus den beiden Worten - schon vor mehr als 50 Jahren Einzug in Küchen. Die erste „Zewa“-Rolle kam bereits 1960 auf den Markt.

„Tempo“-Taschentuch

Mit dem Zusatz „Taschentuch“ bitten die wenigsten Menschen um ein Tempo, egal von welchem Hersteller. „Tempo“ ist die erste deutsche Marke für Papiertaschentücher. Die Produktidee hatten die Brüder Emil und Oskar Rosenfelder, Inhaber der Vereinigten Papierwerke AG. Bereits am 29. Januar 1929 ließen sie sich das Warenzeichen Tempo patentieren. Im Nationalsozialismus wurden die jüdischen Besitzer zum Verkauf ihrer Mehrheitsanteile gezwungen. Tempo gehört heute neben Zewa zum schwedischen Hygiene- und Gesundheitsunternehmen Essity.

Plexiglas

Plexiglas ist heute allgegenwärtig. Die transparenten Scheiben sollen etwa in Banken, Supermärkten und anderen Unternehmen Menschen vor dem Coronavirus schützen. Doch häufig ist mit der Bezeichnung gar nicht unbedingt Plexiglas gemeint. „Plexiglas“ ist nämlich ein Markenname für Acrylglas. Im Laufe der Zeit wurde der Markenname zum Gattungsnamen. Der Werkstoff wurde 1933 vom Chemiker Otto Röhm und seinen Mitarbeitern in Darmstadt erfunden.

Alleskleber „Uhu“

Flüssig- oder auch Alleskleber wird von vielen Herstellern angeboten. Google spuckt bei dem Suchbegriff „Flüssigkleber“ auf Anhieb rund 173.000 Ergebnisse aus. Der Begriff ist demnach kein seltener. Und dennoch wird er im täglichen Sprachgebrauch oft (unbewusst) umgangen. Zu sehr hat sich „Uhu“ als Marke für einen solchen Kleber etabliert. Der Markenname des in Bühl (Baden) ansässigen Unternehmens ist angelehnt an den gleichnamigen Vogel.

Klebestift „Pritt“

Apropos Kleber: Uhu ist nicht die einzige Klebstoffmarke, die es geschafft hat, mit ihrem Namen zum Deonym zu werden. Wer „Pritt“-Stift sagt, meint Klebestift. „Pritt“ ist anders als Uhu wirklich nur eine Marke. Inhaber ist die Firma Henkel, die im Jahr 1969 den weltweit ersten Klebestift erfand.

Der Lippenpflegestift „Labello“

Nach demselben Mechanismus funktioniert auch der Stift für die Lippen - wobei dieser hoffentlich nicht klebt, sondern pflegt. Lippenpflegestift sagt allerdings kaum jemand. Mit „Labello“ hat sich im Sprachgebrauch ein Markenname der Beiersdorf AG durchgesetzt. Dem klassischen blauen „Labello“, der 1973 auf den Markt kam, sind inzwischen viele weitere Sorten gefolgt - Kirsche oder Milch und Honig sind nur zwei weitere.

Korrektur-Stift „Tipp-Ex“

Dritter im Bunde der Stifte ist der Korrektur-Stift „Tipp-Ex“. Er findet sich in nahezu jeder Schreibtischschublade wieder, korrigiert Schreibfehler oder bedeckt Überflüssiges mit weißer Farbe, und wird dennoch nur selten beim Namen genannt. Zu stark hat sich der Markenname durchgesetzt.

Transparentes Klebeband „Tesa“

Es ist offensichtlich: Kleber - egal welcher Art - wird in der Regel beim Namen einer Marke genannt. So ist es auch mit transparentem Klebeband, das umgangssprachlich seinen festen Platz als „Tesa“ oder auch „Tesa-Film“ hat.

Permanentmarker „Edding“

Zu Tipp-Ex' Nachbarn im Schreibtisch gehört der „Edding“. Das in Hamburg gegründete und heute in Ahrensburg ansässige Unternehmen ist seit jeher für seine Filzstifte bekannt, die „Edding“ in unterschiedlichen Größen herausgibt. Dem einen oder anderen ist der „Edding“ aber nicht nur nützlicher Helfer, sondern aufgrund seines Geruchs auch Verursacher von Kopfschmerzen.

Schmerztabletten „Aspirin“ und „Ibuprofen“

Womit wir beim nächsten einprägsamen Markennamen wären: „Aspirin“. Zugegeben: „Ibu(-profen)“ holt auf und wird immer öfter auch als Synonym für Kopf- oder Schmerztablette verwendet, Spitzenreiter im Sprachgebrauch ist aber wohl noch immer die „Aspirin“ von Bayer.

„Pampers“-Windeln

Wer nach dem Begriff „Pampers“ im Internet sucht, der bekommt direkt einen Lexikoneintrag zu Windeln mitgeliefert - so sehr hat sich „Pampers“ als Markenname für das saugfähige Produkt für Babys etabliert. Die Pampers entstammen der Produktpalette des US-amerikanischen Konzerns Procter und Gamble und wurden in Deutschland nach der Markteinführung ab 1976 zuerst in Euskirchen produziert.

Kunststoff-Dosen von „Tupperware“

Ob „Tupper“ draufsteht oder nicht - Kunststoff-Dosen finden sich in jeder Küche wieder. Und wenn man ehrlich ist: Wohl kaum jemand sagt Kunststoff-Dose. Es sind „Tupper“-Dosen, in denen Lebensmittel aufbewahrt und länger haltbar gemacht werden. Der Hype um Tupper ist sogar so groß, dass das 1946 gegründete Unternehmen eigens Partys anbietet. Das Prinzip ist einfach: Es ist eine Verkaufsveranstaltung in den Privaträumen des Party-Gastgebers.

Nuss-Nougat-Creme „Nutella“

Eingefleischte Fans werden sagen: Alles andere als „Nutella“ ist keine Nuss-Nougat-Creme. Wenn denn überhaupt alle den Begriff Nuss-Nougat-Creme für den schokoladigen Brotaufstrich kennen. Zu stark ist das Produkt des italienischen Süßwarenherstellers Ferrero im Sprachgebrauch verankert.

Der „Fön“

Auch der Begriff „Fön“ für einen Haartrockner ist eine Marke. Urheber ist im Jahre 1908 die Firma Sanitas, 1957 übernahm AEG die Marke. Heutzutage wird der Begriff wohl deutlich häufiger verwendet, um das Gerät zum Trocknen der Haare zu beschrieben, als die Bezeichnung Haartrockner.

Der körnige „Hüttenkäse“

Hüttenkäse ist ein eingetragenes Warenzeichen. Die Marke wurde 1964 von Hochland als Wortmarke beim Deutschen Patent- und Markenamt registriert. Marken, die nicht zum Hersteller Hochland gehören, müssen mit „körnigem Frischkäse“ vorlieb nehmen.

Es handelt sich hierbei um eine Auflistung, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat oder objektiven Kriterien gefolgt wäre. Fehlt ein einprägsamer Markenname? Schicken Sie uns eine Email an online@ga.de.

(ga)