Wetter Unwetter beendeten Schwitztage

BONN · Zahlreiche Keller liefen voll, Straßen wurden überflutet und Bäume knickten um. In Düsseldorf schlug ein Blitz in das Baugerüst einer Feuerwache ein. Mehrere Straßen in der Nähe, darunter eine Bundesstraße, wurden wegen Überflutung gesperrt.

 Erst Planschen im Schwimmbad, dann Wolkenbrüche: Das Wochenende sorgte in Deutschland für Extreme.

Erst Planschen im Schwimmbad, dann Wolkenbrüche: Das Wochenende sorgte in Deutschland für Extreme.

Foto: dpa

Es war ein Wochenende der Extreme: Während in Städten wie Bochum oder Rheine am Samstagnachmittag mit 33 beziehungsweise 32,7 Grad die höchsten jemals an einem 19. Juli gemessenen Temperaturen erreicht wurden, endete der Sonntag vielerorts mit heftigen Gewittern und Starkregen. In Köln und in den Kreisen Wesel, Soest und Paderborn mussten die Einsatzkräfte ausrücken, um Keller leer zu pumpen.

In Bergkamen im Kreis Unna kamen zwei junge Männer bei Starkregen in ihrem Auto ums Leben. Laut Polizei schleuderte ihr Wagen nach einem Überholmanöver von der rutschigen Straße und krachte gegen einen Baum. Der 21-jährige Fahrer und sein ein Jahr jüngerer Begleiter starben noch an der Unfallstelle. Im niederrheinischen Kamp-Lintfort wurde ein 37 Jahre alter Mann von einem Ast erschlagen. Im Ruhrgebiet rissen Sturmböen Bäume um und blockierten Straßen. Ein Motorradfahrer fuhr nahe Recklinghausen gegen einen Baum und wurde schwer verletzt.

Das hochsommerliche Wetter hatte vor den Unwettern landesweit viele Tausende Badegäste in die Freibäder und an die Badeseen gelockt. Nicht immer endete der Sprung ins kühle Nass jedoch glimpflich. So kamen mindestens 18 Menschen beim Baden ums Leben. In einem See in Espelkamp in NRW starb ein 37-Jähriger, in Düsseldorf in einem Baggersee ein 34-Jähriger. Allein in Mecklenburg-Vorpommern kamen sieben Menschen ums Leben, darunter ein Achtjähriger im Ostseeheilbad Graal-Müritz und ein 88-Jähriger in einem Badesee.

Schwer zu schaffen machte die Hitze auch einer Gruppe von Jugendlichen auf der A3 bei Leverkusen. Mehrere von ihnen erlitten in einem überhitzten Reisebus einen Kreislaufkollaps. Nach Angaben der Feuerwehr war der Bus mit defekter Klimaanlage in einen Stau geraten. 14 der Jugendlichen im Alter von zwölf bis 15 Jahren kamen ins Krankenhaus.

Auch der Wochenstart hatte reichlich Regen im Gepäck: So fielen etwa in Bonn-Dransdorf in der Zeit zwischen 7.30 Uhr und 10.15 Uhr 41,4 Liter Regen pro Quadratmeter. Alles in allem blieb es am Montag jedoch bei kleineren Zwischenfällen. "Wir hatten nur sieben Einsätze", hieß es am Montagnachmittag von der Bonner Leitstelle der Feuerwehr.

In Röttgen und Kessenich liefen zwei Keller voll mit Wasser, und zwei Unterführungen - an der Gunterstraße sowie der Südunterführung am Hauptbahnhof - waren kurzzeitig überflutet. Mehrere Kanaldeckel wurden in Lannesdorf und Mehlem vom Wasser nach oben gedrückt. In Bad Honnef mussten die Löscheinheiten Mitte und Selhof nach Aussage des Leiters der Freiwilligen Feuerwehr, Torsten Budde, in der Tallage zu sechs Einsätzen ausrücken, um vollgelaufene Keller auszupumpen. Auf der Bahnhofstraße wurden Gullideckel durch die Wassermassen hochgedrückt. In Königswinter blieb es nach Auskunft von Feuerwehrsprecher Lutz Schumacher ruhig, nachdem die Löscheinheiten noch am Sonntag zu insgesamt 20 Einsätzen ausrücken mussten.

Auch in den kommenden Tagen bleibt es schwül-heiß. Und es muss immer wieder mit Gewittern und Regen gerechnet werden.

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