1. News
  2. Panorama

Land unter in der Eifel, in Aachen und Wuppertal: Unwetter in NRW verursachen erhebliche Schäden

Land unter in der Eifel, in Aachen und Wuppertal : Unwetter in NRW verursachen erhebliche Schäden

Rund um Aachen hat es starke Regenfälle gegeben, die zu Überschwemmungen, Autounfällen und Bahnausfällen geführt haben. In Wuppertal stützten mehrere Quadratmeter des Daches der Universität ein.

Heftige Unwetter mit starken Regenfällen sind am Dienstagnachmittag über Nordrhein-Westfalen gezogen und haben erhebliche Schäden vor allem in den Regionen Wuppertal und Aachen angerichtet. In Wuppertal stürzte das Dach eines Universitätsgebäudes ein. In der Innenstadt knickte ein Tankstellendach weg und beschädigte mehrere Autos. Ein Fahrer habe sein Auto noch rechtzeitig verlassen können, bevor das Dach auf seinen Wagen gestürzt sei, erklärte die Polizei. Er wurde leicht verletzt. Durch die Wassermassen auf den Straßen fuhren mehrere Autos gegen hochgedrückte Gullydeckel. In einem Fall löste dadurch ein Airbag aus und verletzte den Fahrer im Gesicht, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Heftige Regenfälle gab es auch in Aachen. Dort registrierte die Feuerwehr am späten Nachmittag mehrere Hundert Notrufe. Man habe Hilfe aus den Nachbarkommunen angefordert, sagte ein Sprecher. Im Keller eines Einkaufszentrum stand das Wasser etwa 1,5 Meter hoch. In einem Stadtteil von Aachen fiel zudem zeitweise der Strom aus, nachdem ein Wassereinbruch einen Kurzschluss in einem Trafohäuschen verursacht hatte.

Wegen des Unwetters wurde der Gedenkakt zum 25. Jahrestag des Brandanschlags in Solingen abgebrochen. Ein Wolkenbruch war während der Veranstaltung über den Platz der Feier niedergegangen. Hunderte Teilnehmer hatten zunächst Schutz unter Bäumen gesucht und mussten dann die Veranstaltung verlassen. Die Solinger Feuerwehr warnte am Abend vor Hochwasser in der Wupper. In Unterburg und Wipperkotten wurde die Bevölkerung aufgerufen, Häuser zu sichern und sich in höher gelegenes Gelände zu begeben. „Die Wupper steht hoch“, sagte auch eine Sprecherin der Stadt Wuppertal. Weitere Informationen gab es zunächst nicht.

In Wuppertal stürzten nach Angaben der Universität etwa 30 bis 50 Quadratmeter des Daches ein. Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen keine. Zudem stünden der Keller sowie Teile des Erdgeschosses mindestens zweier Gebäude unter Wasser. „Nach ersten Einschätzungen ist der Ausmaß des Schadens erheblich“, erklärte Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch. Die Feuerwehr war im Einsatz.

Unter dem umgeknickten Tankstellendach hätten insgesamt 14 Fahrzeuge geparkt, erklärte die Wuppertaler Polizei. „Es ist eine unfassbare Situation gewesen“, sagte eine Sprecherin. Das Dach sei einsturzgefährdet, der Ort wurde abgesperrt.

„In Wuppertal steht die komplette Stadt unter Wasser“, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes am späten Nachmittag in Essen. Er schätzte, dass dort in kurzer Zeit mehr als 40 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen waren. Zudem hagelte es. Straßen wurden wie auch an vielen anderen Orten in NRW überflutet. Hinzu kamen mehrere umgestürzte Bäume.

Die Feuerwehr sollte nach Angaben der Stadt auch in der Nacht im Einsatz bleiben. Sie sprach von etwa 500 Einsatzmeldungen bis zum Abend, die nach und nach abgearbeitet würden. Nachdem Gleise überspült wurden, stellte die Deutsche Bahn im Raum Wuppertal vorübergehend den Zugverkehr ein. Auch die Schwebebahn fuhr nicht mehr. Wassermassen drangen auch in ein Wuppertaler Einkaufszentrum ein. In das Tiefgeschoss sei am Nachmittag Wasser gelaufen, sagte ein Polizeisprecher.

Vollgelaufene Keller gab es auch im Raum Monschau. In Duisburg lief Wasser in den Keller des Polizeipräsidiums, wie die Beamten via Twitter mitteilten. Autos und Radfahrer bahnten sich dort ihren Weg durch die überfluteten Straßen.

In anderen Teilen Nordrhein-Westfalens war der Bahnverkehr ebenfalls beeinträchtigt. Verspätungen gab es etwa in den Regionen Duisburg, Oberhausen, Gelsenkirchen, Aachen sowie im Kreis Euskirchen. Auch im Raum Hilden warteten die Züge zeitweise an Bahnhöfen. Bei Nettersheim wurde die Autobahn 1 überschwemmt. Zeitweise musste die Fahrbahn in Richtung Blankenheim gesperrt werden. Am Düsseldorfer Flughafen fielen einige Flüge aus.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnete in der Nacht mit weiterem Regen etwa im Raum Wuppertal sowie im Ruhrgebiet und am Niederrhein. „Mit heute Nachmittag ist das aber nicht zu vergleichen“, sagte ein DWD-Sprecher. Neue Unwetter seien in der Nacht eher unwahrscheinlich.

Unwetter in NRW