Aschermittwoch und Valentinstag Süße Versuchung, auch in der Fastenzeit

Der Aschermittwoch läutet die Fastenzeit ein. Allerdings fällt in diesem Jahr auch der Valentinstag auf diesen Tag. Für was also steht der 14. Februar nun genau? Ein Blick in die Geschichte weist einen Weg aus dem Dilemma.

 Pralinen. Am Mittwoch ist Valentinstag.

Pralinen. Am Mittwoch ist Valentinstag.

Foto: dpa-tmn/Christin Klose

Am Aschermittwoch ist alles vorbei – wer wüsste das besser als die Rheinländer? Allerdings fällt auf diesen Mittwoch in diesem Jahr auch der Valentinstag, der Tag der Liebenden. Für was also steht der 14. Februar nun genau: Schluss mit lustig oder romantischer Liebestaumel? Zu Tode betrübt oder himmelhoch jauchzend? Man ist verwirrt. Schließlich läutet der Aschermittwoch auch die Fastenzeit ein. Selbst religionsferne Zeitgenossen nutzen die Gelegenheit, sich bei Alkohol, Fleisch, Zucker bewusst zurückzuhalten: Aber ist sinnenfeindliche Entsagung eine angemessene Art, die frische Liebe zu feiern? Wohl kaum. Wer dem oder der Liebsten beim romantischen Kerzenscheindinner Magerquark, drei Karotten und eine Scheibe Schwarzbrot serviert, muss sich nicht wundern, wenn sie oder er anschließend sehr nüchtern abserviert wird.

Ein Blick in die Geschichte weist einen Weg aus dem Dilemma: Zumindest aus kirchlicher Sicht gibt es in der Fastenperiode keinen Grund, auf Schokolade zu verzichten. Ein Papst selbst gab der zarten Versuchung sein Placet. Im Jahr 1569 besuchte eine Abordnung der mexikanischen Bischöfe Amtsinhaber Pius V., um sein Urteil über ein neues Getränk namens Xocolatl zu hören. „Der Papst kostete widerwillig, verzog das Gesicht und sagte: Potus iste non frangit jejunium – Schokolade bricht das Fasten nicht“, zitiert die Nachrichtenagentur kna den Kölner Brauchtumsexperten Manfred Becker-Huberti. Auch wenn das mittelalterliche Kirchenoberhaupt nicht ahnen konnte, dass Schokolade weltweit zum süßen Laster werden würde: Das Urteil gilt bis heute. Wer der oder dem Liebsten am Aschermittwoch/Valentinstag Schoko-Herzen auf die Zunge legt, wird der doppelten Bedeutung des Datums also auf jeden Fall gerecht.

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