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Vatertag in den Niederlanden: Touristen sorgten nicht für Probleme

Deutsche Vatertags-Ausflügler in den Niederlanden : „Viele Menschen sind unterwegs, aber alles ist sicher”

Am Morgen waren Angst und Sorge noch groß. Doch in den Limburger Grenzstädten führten die erwarteten Feiertags- Besucher aus Deutschland diesmal nicht zu Problemen. Am frühen Nachmittag atmete man in Nord- Limburg auf.

“Die Café-Terassen sind voll, viele Menschen sind unterwegs, aber alles ist sicher”, heißt es im Tourismus-Büro von Roermond. Auch im Designer Outlet Centrum, traditionell ein Ziel deutscher Feiertags-Touristen und zuletzt wegen erheblichen Andrangs im Blickpunkt, ist alles unter Kontrolle: “Es ist ein ausgezeichneter Tag. Sowohl das Zentrum als auch die Behörden sind sehr zufrieden”, berichtet Sprecher Eelco Parie, und betont noch: “Übermäßig voll ist es nicht.”

Im Vorfeld des Himmelfahrt-Tages hatte die Maas-Stadt auf ihrer Website angekündigt, die Situation in der Innenstadt und im Designer Outlet Centrum ständig im Blick zu behalten. “Wenn wir die Sicherheit der Besucher nicht mehr garantieren können, ergreifen wir Maßnahmen um den Zustrom auf Zugangswegen und in der Innenstadt zu regulieren. Dadurch können Staus entstehen.” Zudem wurden die Gäste aus dem Nachbarland aufgefordert sich an die Corona-Regeln zu halten und Abstand zu wahren.

Unabwendbar ist derweil, dass es in dieser Phase der vorsichtigen Lockerung der Regeln zu Situationen in der Grauzone kommt. Mitten in der mittäglichen Rush-Hour berichtet Coco van der Hoek, Managerin von “Burgers Enzo” am Roermonder Markt, dass bereits eine Viertelstunde vor der Öffnung hungrige Kunden warteten. Anderthalb Stunden später stehen sie noch immer Schlange, darunter “auch sehr viele Deutsche”. Wie das mit dem Abstandhalten aussieht? “Mit viel Worten und Gebärdensprache geht das schon, auch wenn sie am liebsten alle an einem Tisch sitzen wollen. Sie sagen dann, dass sie alle im gleichen Haus wohnen, aber bei 13 Personen frage ich mich, ob ich das glauben kann”, so die Managerin lachend.

Nicht ohne Anspannung hatte man dem Besucher-Ansturm auch in Venlo entgegengesehen, gerade wegen der ambivalenten Lage: Einerseits lechzen die seit mehr als einem Jahr darbenden Unternehmer nach Kundschaft, andererseits ist da die noch immer heikle Corona-Lage. Im Schuhgeschäft Van Haren in der von deutschen Besuchern beliebten Einkaufsgegend an der Maas zieht ein Angestellter eine vorsichtige Mittags-Bilanz: “Es ist schon einiges los, aber im Vergleich zu gestern ist es weniger.” Womöglich ein Ergebnis des jüngsten Appells von Bürgermeister Antoin Scholten, an ohnehin vollen Tagen nicht in die Innenstadt zu kommen.

Auch in der Buchhandlung Koops, die unter anderem Informationen für Touristen bereithält, hat der Tag eher ruhig begonnen – wobei das literarische Angebot auch nicht auf deutsche Kunden ausgerichtet ist. “Aber auf dem Weg zur Arbeit sehe ich an manchen Feiertagen schon eine Schlange an der Maas stehen. Das hielt sich heute in Grenzen”, so die Buchhändlerin. Was sie an der derzeitigen Lage stört, sind die uneinheitlichen Regeln: “Es ist etwas widersprüchlich: wir können nicht einfach so über die Grenze, aber die Deutschen kommen ganz einfach hierhin und wieder zurück.”

Sehr zufrieden mit dem Himmelfahrtstag gibt sich Erik Manders, Vorsitzender der Unternehmervereinigung venlostad.com. “Es ist voll und gesellig, und die Stimmung ist gut.” Mit zahlreichen Maßnahmen hat man den Andrang im Zentrum in Bahnen gelenkt: markierte Routen, Klebeband auf dem Boden, das Warteschlangen ihren Platz vor den Eingängen zuweist, zusätzliche Polizisten und Verkehrs-Beamte. Die Besucher aus dem Nachbarland werden an den Zufahrtsstraßen auf Flugblättern auf Deutsch über die Maßnahmen informiert. So positiv Manders´ Fazit, so einfach sein Motto: “Was uns als Unternehmerkollektiv betrifft, sind alle herzlich willkommen, solange sie sich an die Regeln halten.”