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Vermisste Mädchen aus Duisburg im Rhein ertrunken

DNA-Test bestätigt : Im Rhein vermisste Mädchen aus Duisburg sind tot

Traurige Gewissheit: Die zwei Mädchen aus Duisburg, die nach einem Badeunfall im Rhein vergangene Wochen vermisst wurden, sind tot. Das hat der DNA-Test bestätigt.

Die nach einem Badeunfall vor gut einer Woche im Rhein bei Duisburg vermissten Mädchen (13 und 14) sind definitiv tot. Ein DNA-Vergleich habe ergeben, dass es sich bei den am Wochenende im niederländischen Rhein-Mündungsarm Waal angeschwemmten Leichen um die beiden Mädchen handele, teilte die Duisburger Polizei am Freitag mit.

Die Ermittler hatten bei den Familien in Duisburg eingeholte DNA mit den Leichen abgeglichen. Zuvor hatten die Eltern der Vermissten bereits Kleidung und Schmuck der Toten ihren Kindern zuordnen können.

Die Leichen waren am Wochenende an unterschiedlichen Stellen bei Rossum und Gendt in der Waal gefunden worden, wie mehrere Medien berichteten - mehr als 100 Autokilometer entfernt vom Unglücksort.

Fieberhafte Suche war vergeblich

Bei hochsommerlichen Temperaturen hatten die zwei Mädchen gemeinsam mit einer 17-Jährigen im Rhein gebadet. Plötzlich waren sie nach bisherigen Erkenntnissen von einer Strömung unter Wasser gezogen worden. Zahlreiche Zeugen am Ufer alarmierten die Rettungskräfte. Feuerwehr, Polizei und DLRG-Retter starteten daraufhin eine stundenlange Suchaktion mit rund 160 Einsatzkräften, zwei Hubschraubern und mehreren Tauchern.

Die 17-Jährige wurde auf dem Wasser treibend gesichtet und mit einem Rettungsboot geborgen. Sie starb jedoch kurz danach trotz Reanimationsversuchen im Krankenhaus. Nach den beiden anderen Mädchen wurde bis zum Einbruch der Dunkelheit und weiter am nächsten Tag fieberhaft gesucht - vergeblich. Sie waren offenbar untergegangen und von der Strömung flussabwärts getrieben worden.

Das Baden im Rhein ist wegen der starken Strömungen, Strudel und der teils meterhohen Bug- und Heckwellen der Frachtschiffe lebensgefährlich und generell verboten. Gegen das Verbot wird aber im Hochsommer regelmäßig verstoßen. Auch am Wochenende nach dem Unglück hätten wieder etliche Familien auf der Suche nach Erfrischung die Sandbuchten und Ufer bevölkert und ihre Kinder ins Wasser gelassen, berichtete die Duisburger Polizei. Es sei erschreckend, wie wenig Wirkung das Schicksal der drei Mädchen auf die Menschen gehabt habe.

„Kinder ertrinken in 30 bis 90 Sekunden“

„Wir können nicht den ganzen Fluss einzäunen“, sagte die Sprecherin der DLRG-Nordrhein, Maike Waschnewski. Manche Einstiegsstellen sähen „flach und idyllisch“ aus, sagte eine Stadtsprecherin - eine gefährliche Täuschung. Duisburgs OB Sören Link (SPD) bat deshalb die zuständige Wasserbehörde, Warnschilder mit unmittelbar verständlichen Symbolen aufzustellen und schrieb an die Duisburger Schulleiter, Kinder erneut ausdrücklich auf die Gefahren aufmerksam zu machen.

Erst wenige Tage vor dem Badeunfall der drei Mädchen war ganz in der Nähe der Unglücksstelle in Rheinberg-Orsoy ein 29-Jähriger verunglückt. Die Leiche wurde etliche Kilometer entfernt gefunden.

Die Polizei warnt vor der „Todesfalle Rhein“, aber auch in Badeseen und Freibädern passieren regelmäßig schlimme Unfälle - oft in Sekunden. So bargen im Naturbad von Olfen (Kreis Coesfeld) Badegäste am Samstag eine Dreijährige aus dem tiefen Wasser. Ihre Mutter hatte sie kurz aus den Augen verloren. Das Kind wurde reanimiert und kam in ein Krankenhaus.

„Kinder ertrinken in 30 bis 90 Sekunden“, warnt die DLRG-Sprecherin. Sie verfielen dabei typischerweise in eine Schockstarre, überstreckten den Hals und schnappten nach oben nach Luft. Dabei verschlössen sich die Stimmritzen, so dass die Kinder nicht einmal um Hilfe rufen könnten. „Kinder ertrinken sehr schnell und lautlos.“

(dpa)