Ein Spiegel soll helfen Warum ein ganzes Dorf in Italien im Winter in der Finsternis lebt

Rom/Viganella · Das 200-Seelen-Dorf Viganella ist bekannt als Italiens dunkelster Ort. Im Winter steigt die Sonne monatelang nicht über die umgebenden Berggipfel. Ein Spiegel brachte für einige Jahre Licht. Doch nun ist die Mechanik defekt.

Der Spiegel befindet sich etwa 500 Meter oberhalb von Viganella und bewegt sich auf einem speziellen Gestell, um im Winter dem Lauf der Sonne zu folgen und das Licht in den Ort zu reflektieren.

Der Spiegel befindet sich etwa 500 Meter oberhalb von Viganella und bewegt sich auf einem speziellen Gestell, um im Winter dem Lauf der Sonne zu folgen und das Licht in den Ort zu reflektieren.

Foto: Alberto Lorenzina /dpa

Viganella ist ein wirklich kleines Dorf im italienischen Piemont, nicht weit von der Grenze zur Schweiz entfernt. Jahrzehntelang wurde der Ort auch das „Dorf ohne Sonne“ genannt. Im Winter erreichte kein einziger Sonnenstrahl jenen Flecken, der im engen Antrona-Tal liegt. „Über Jahrhunderte hinweg war Viganella von November bis Februar wie ausgestorben“, erzählt der frühere Bürgermeister Pier Franco Midali. Von der Sonne war nichts zu sehen, also vertrieb sich auch niemand der noch verbliebenen 200 Einwohner die Zeit im Freien. Alle blieben tagsüber zu Hause, nur zur Arbeit oder für Besorgungen verließ man das Haus. Wenn Anfang Februar die Sonne Viganella wieder erreichte und über die umgebenden Berggipfel stieg, war es ein Freudenfest.