Glosse zur DLRG und Wassersport Vorsicht am Beckenrand

Bonn · Das erste Wochenende mit sommerlichen Temperaturen in diesem Jahr wird bei einigen die Lust zu Schwimmen geweckt haben. Doch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) entpuppte sich nun als kleiner Spielverderber – und warnte vor Unvorsichtigkeit.

 Die ganz Mutigen haben am Wochenende die Badesee-Saison eröffnet.

Die ganz Mutigen haben am Wochenende die Badesee-Saison eröffnet.

Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Das beinahe sommerliche Wochenende geht vorbei und hat ganz nebenbei ein paar Herausforderungen gebracht. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sorgte sich rechtzeitig um die Gesundheit unvorsichtiger Verfechter des Wassersports. Anbaden sei keine gute Idee. Man möge doch bitte nur in Neopren gehüllt und mit Handschuhen auf die Boote oder Bretter steigen, denn wer ins Wasser fiele, würde gewiss feststellen, dass es ein paar Wochen braucht, bis das Freiluftgewässer Badezimmertemperatur angenommen hat. Auch tollkühne Sprünge in Seen oder Flüsse seien besser zu unterlassen. Das tue dem Herzen nicht gut.

In Städten und Gemeinden rührte sich auch angesichts frühsommerlicher Wärme kein Wasserhahn, um die Becken der Freibäder zu füllen. Mit Blick auf die Problemlösungskompetenz in den Amtsstuben der Bäderabteilungen sind solche frühen Temperaturanstiege ohnehin nur als Provokation zu verstehen. Sommer so kurz nach dem Winterschlaf! Das geht gar nicht.

Ohne Badegäste keine Sprünge vom Beckenrand

Das gleiche ließe sich zwar in einigen Orten auch für Mai, Juni und Juli ins Feld führen, wenn erst im August auch das letzte Freibad die Pforten öffnet, aber auch nur insofern es gelungen ist, bis dahin ein paar neue Dichtungen für die Umwälzpumpe zu besorgen. Es bleibt eben schwierig mit dem Wetter, dem Baden und der Synchronisation dieser Entwicklungen mit dem Tempo der Badverwalter. So bleibt es bei der alten Bademeisterweisheit: Ohne Badegäste keine Sprünge vom Beckenrand. Das macht das Leben leichter. Bleibt nur das kleine Restrisiko, in ein Becken zu springen, in dem noch kein Wasser steht. Das ist jedoch mit ein wenig Geistesgegenwart gut zu bewältigen. Ansonsten hilft vielleicht eine Warnung der DLRG. Wir warten auf die nächste Pressemitteilung.

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