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Havelland: Wald verschwunden - und wieder aufgetaucht

Havelland : Wald verschwunden - und wieder aufgetaucht

Es ist eine Nachricht wie aus dem Hohlspiegel: Im Havelland ist vor wenigen Tagen ein ganzer Wald verschwunden und die Polizei suchte schon nach einem Holzdieb des großen Kalibers. Doch jetzt stellt sich die Geschichte in einem anderen Licht da.

Nach Angaben der Waldbesitzerin waren die Bäume Anfang Dezember noch da und verschwanden dann spurlos. Nachdem die Besitzerin mal wieder nach dem Rechten auf ihrem Waldstück sehen wollte, musste sie feststellen: Der Wald ist kein Wald mehr, denn die Bäume fehlen.

Jetzt stellte sich aber heraus, dass sich kein Dieb auf dem Waldstück zu schaffen gemacht hatte, sondern der eigene Sohn. Der hatte es nach Angaben der Polizei wohl nur gut gemeint und den Auftrag für das Fällen der Kiefern im Alter von 100 bis 130 Jahren gegeben, um der Mutter behilflich zu sein. Ein Diebstahl liegt damit laut der Polizeidirektion West nicht vor.

Der Mann meldete sich bei der Polizei, nachdem diese einen Zeugenaufruf gestartet hatte. Er hatte nach eigenen Angaben den Auftrag gegeben, die Bäume auf dem Waldstück zu fällen und abzutransportieren. Das hatte er aber nicht mit seiner Mutter, der Besitzerin abgesprochen. Ob Mutter und Sohn Kommunikationsprobleme hatten, will die Polizei noch herausfinden. "Die Strafanzeige wegen Diebstahls wurde von der Waldbesitzerin wieder zurückgenommen", sagte ein Sprecher der Polizei.

Im Bundesland Brandenburg stehen insgesamt 808 Millionen Bäume, davon sind 71 Prozent Kiefern. 1,1 Millionen Hektar Wald werden dort insgesamt bewirtschaftet, davon gehören 270.000 Hektar dem Land. Außerdem gibt es 100.000 private Waldbesitzer.