Bayern hält Bundesländer für verzichtbar Warum Bremen und das Saarland noch gebraucht werden

Aus Bayern heißt es, sowohl das Bundesland Bremen als auch das Saarland seien doch verzichtbar, weil dann alles irgendwie besser, billiger und einfacher wäre. Die Bayern haben nicht begriffen, dass sie nur glänzen können, weil es das Saarland und Bremen gibt. Die Länder werden gebraucht.

Die Flagge von Bremen.

Die Flagge von Bremen.

Foto: Andre Bonn - stock.adobe.com/Andre Bonn

Wieder hat es die beiden Sorgenkinder des Föderalismus getroffen. Aus Bayern grollte das Donnerwort, sowohl das Bundesland Bremen als auch das Saarland seien doch verzichtbar, weil dann alles irgendwie besser, billiger und einfacher wäre. Damit stellt sich wieder mal die Frage, ob Bremen und das Saarland eigentlich verzichtbar sind?

Beginnen wir mit Bremen, dessen Bildungsabschlüsse einen legendär schlechten Ruf haben, das in Sachen Schulden dafür immer weit vorne liegt. Seit Anbeginn der Zeiten regiert hier die SPD. In Sachen Armut, Drogenkriminalität und Nonchalance in Fragen der innerer Sicherheit ist die Hansestadt zuverlässiger Lieferant schlechter Nachrichten. Böse Menschen sagen, statt des Schlüssels gehöre eigentlich eine Rote Laterne in die Speckflagge.

Das Saarland ist so ähnlich, aber anders: Hier hat man Stahl, den niemand mehr braucht, Industrien auf wackeliger Grundlage. Außerdem eine Weltsicht, die den Rest der Republik gerne als das Reich bezeichnet, denn das Saarland ist sich eben selbst genug, so zwischen Frankreich und Deutschland.

Streberländer wie Bayern verstehen dieses Selbstbewusstsein armer Länder einfach nicht. Die Bayern haben auch nicht begriffen, dass sie nur glänzen können, weil es das Saarland und Bremen gibt. Denn was wäre, wenn beide Länder einfach verschwänden? Wer bekäme die Rote Laterne bei der Bildung? Berlin vielleicht oder NRW? Viel schlimmer noch wäre der Verlust des Saarlandes. Wird ein Vergleich gebraucht, der eine Größe beschreibt, dann ist etwas drei- vier- oder fünfmal so groß wie das Saarland. Auch wenn niemand (außer Google) diese Größe wirklich kennt, ist die Botschaft immer klar: Ziemlich groß. Würde man mit Bayern vergleichen, käme dabei heraus, wie klein etwas ist. Bremen und das Saarland werden noch gebraucht.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort
Brückenbau im Krieg
Kommentar zur Israel-Reise von Außenministerin Baerbock Brückenbau im Krieg