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3000 Flüge gestrichen: Weitere Todesfälle durch Kältewelle im Osten der USA

3000 Flüge gestrichen : Weitere Todesfälle durch Kältewelle im Osten der USA

Verschneite Palmen in Florida und gefrorene Brunnen in South Carolina: Die Kälterekorde an der US-Ostküste sorgt aktuell für reichlich Chaos. Auch nördlich von Florida purzeln die Kälterekorde.

Der "Bombenzyklon" genannte Wintersturm an der Ostküste der USA hat die Region weiter fest im Griff: Vier weitere Menschen starben in den südöstlichen Bundesstaaten North und South Carolina, wo die Kälte die Straßen in Eispisten verwandelte. Tausende Flüge wurden gestrichen. Für das Wochenende sagte der US-Wetterdienst Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt sowie eisige Winde voraus.

Wegen des Sturms mit heftigen Schneefällen wurden insgesamt mehr als 4200 Flüge gestrichen, rund 2200 weitere hatten zum Teil erhebliche Verspätungen. Die Start- und Landebahnen an den New Yorker Flughäfen La Guardia und John F. Kennedy wurden zwischenzeitlich geschlossen. Air France sagte alle Flüge von Paris nach New York und Boston am Freitag ab.

In Virginia und North Carolina waren laut Nachrichtensender CNN etwa 30.000 Menschen ohne Strom. Auch in den Städten New York und Boston kam es zu Stromausfällen in tausenden Haushalten. In mehreren Bundesstaaten riefen die Gouverneure den Notstand aus. New York mobilisierte zusätzliche Einsatzkräfte, die Nationalgarde schickte rund 500 Helfer an die Küste. Schulen in New York blieben geschlossen.

Wilder Winter im US-Nordosten

Die Temperaturen im Norden des US-Bundesstaats New York sanken so tief, dass die Niagarafälle an der Grenze zu Kanada teilweise gefroren. An der Küste bei Boston türmte der Sturm, der die Eiseskälte begleitete, meterhohe Wellen auf. Der Gouverneur von Massachusetts sprach von einer "historischen Flut", die Straßen in den östlichen Stadtbezirken Bostons und Küstengebiete überschwemmte.

Während der Schneefall in der Nacht zu Freitag nachließ, blieben die Temperaturen im östlichen Drittel der USA weiterhin frostig, bei Windböen und bis zu minus 29 Grad Celsius. Meteorologen nennen das aktuelle Wetterphänomen einen "Bombenzyklon". Damit beschreiben sie den plötzlichen Abfall des Luftdrucks, der zu orkanartigen Winden führt.

Im ansonsten sonnenverwöhnten Bundesstaat Florida hatte der Wintereinbruch für den ersten messbaren Schneefall seit 1989 gesorgt. Die Hauptstadt Tallahassee war am vergangenen Mittwoch mit einer feinen Schneeschicht bedeckt.

Bilder zeigten Leguane, die wegen der ungewohnt niedrigen, einstelligen Temperaturen erstarrt und von Bäumen gefallen sein sollen. „Wenn die Temperatur sinkt, schalten sie buchstäblich ab, und sie können sich nicht mehr an den Bäumen festhalten“, erklärte Ron Magill, Sprecher des Zoos in Miami, der „New York Times“. Auch Meeresschildkröten sollen bei kalten Temperaturen regelrecht erstarren.

Durch die Kältewelle, die große Teile der USA erfasst hat, sollen inzwischen mehr als ein Dutzend Menschen ums Leben gekommen sein.

US-Medien bezeichnen den Wintersturm seit Tagen als „Bombenzyklon“. Das Phänomen einer „bombogenesis“ beschreibt die rapide Verstärkung eines Tiefs, laut US-Wetterbehörde NOAA liegt das am Aufeinanderprallen sehr kalter mit warmen Luftmassen. Für die folgende Entladung wählen manche Meteorologen das Bild einer Bombe.

Auch nach dem Sturm ist für die Ostküste noch keine Entspannung in Sicht. Am Wochenende soll eisige, arktische Kälte folgen. Erst Anfang der kommenden Woche soll es wieder wärmer werden.