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Woelki - Missbrauchsvorwürfe: Kardinal Woelki bittet Papst um Prüfung

Nach Vertuschungsvorwürfen : Kölner Kardinal Woelki bittet Papst um Prüfung

Der Kölner Kardinal Rainer Woelki soll im Jahr 2015 Missbrauchsvorwürfe gegen einen Pfarrer aus seinem Zuständigkeitsbereich nicht dem Vatikan gemeldet. Um die Vertuschungsvorwürfe zu klären, hat er nun Papst Franziskus um eine Prüfung gebeten.

Nach Vertuschungsvorwürfen gegen den Kölner Kardinal Rainer Woelki will dieser nach Angaben des Erzbistums nun den Papst um eine Prüfung bitten. Woelki hatte im Jahr 2015 Missbrauchsvorwürfe gegen einen Pfarrer aus seinem Zuständigkeitsbereich nicht dem Vatikan gemeldet. „Um die gegen mich erhobenen kirchenrechtlichen Vorwürfe zu klären, bitte ich den Heiligen Vater um eine Prüfung in dieser Frage“, sagte Woelki nun nach Angaben des Erzbistums vom Freitag.

„Es bleibt dabei: Versäumnisse im Umgang mit sexualisierter Gewalt müssen offengelegt werden, unabhängig davon, gegen wen sie erhoben wurden. Dies bezieht auch mich ein.“ Zuvor hatte der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet.

Das Erzbistum hatte am Donnerstag bestätigt, dass Woelki den Vorwurf des Kindesmissbrauchs gegen den Priester seinerzeit nicht nach Rom weitergegeben hatte. Zur Begründung hieß es, der Gesundheitszustand des mittlerweile verstorbenen Geistlichen habe damals eine weitere Untersuchung des Falls verhindert. Zudem habe der Anzeigenerstatter deutlich gemacht, dass er sich nicht weiter zu der Sache äußern wolle. „Dies führte dazu, dass die Einleitung einer kanonischen Voruntersuchung und damit auch eine Meldung an die Glaubenskongregation unterblieben ist“, erklärte das Erzbistum.

„In der kirchenrechtlichen Bewertung dieses Sachverhalts gibt es in der Berichterstattung der vergangenen Tage verschiedene Rechtsauffassungen in der Frage, ob dennoch eine kanonische Voruntersuchung hätte durchgeführt werden müssen, deren Ergebnis dann an die Glaubenskongregation hätte gemeldet werden müssen“, teilte das Erzbistum mit. Als Konsequenz schalte Woelki nun Papst Franziskus ein. Sobald eine Prüfung in Rom erfolgt sei, werde das Erzbistum dies öffentlich mitteilen.

(dpa)