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Xavier Naidoo: Rassismusvorüwrfe nach Video - keine Rückkehr zu DSDS

Rassismusvorwürfe nach Video : Keine Rückkehr für Xavier Naidoo zu DSDS

Für Sänger Xavier Naidoo gibt es kein Zurück zu DSDS. Nachdem RTL den 48-Jährigen nach einem umstrittenen Video zunächst für die kommende Liveshow ausgeschlossen hatte, verkündete der Sender am Donnerstag in Köln den endgültigen Rauswurf für die gesamte Staffel.

Der Sänger Xavier Naidoo darf nicht mehr in die Jury der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) zurückkehren. Nachdem RTL ihn nach Rassismusvorwürfen zunächst für die kommende Liveshow ausgeschlossen hatte, verkündete der Sender am Donnerstag in Köln den endgültigen Rauswurf für die gesamte Staffel. RTL reagierte somit auf ein selbst gedrehtes Video des Sängers, in dem Naidoo über angebliche Gefahren singt, die von Migranten ausgingen. Das Video war am Mittwoch in den sozialen Netzwerken geteilt worden.

Der 48-jährige Naidoo sei auf das Angebot „seine missverständlichen und widersprüchlichen Aussagen plausibel zu erklären, bis heute nicht eingegangen“, erklärte RTL. Die vielen Reaktionen auf das Video hätten gezeigt, dass das Thema bewegt. Eine „unmittelbare, öffentliche Diskussion“ mit dem Sänger hätte der Sender daher gut gefunden. Da es dazu nicht gekommen sei, werde es für den Künstler keine Rückkehr zu DSDS geben.

In dem Liedtext im Video heißt es unter anderem: „Ich habe fast alle Menschen lieb, aber was, wenn fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt?“ An einer anderen Stelle singt Naidoo: „Eure Töchter, eure Kinder sollen leiden. Sollen sich mit Wölfen in der Sporthalle umkleiden, und ihr steht seelenruhig nebendran.“

Laut dem Sänger stammt der Text aus dem Jahr 2018. Naidoo erklärte, er setze sich „aus tiefster Überzeugung gegen Ausgrenzung und Rassenhass ein“. „Das bedeutet für mich aber auch, dass alle in der Verantwortung sind, wachsam gegenüber Angriffen auf ein friedliches Miteinander aller Menschen zu sein, egal aus welcher politischen Richtung und ungeachtet der Herkunft“, heißt es in der Stellungnahme, in der sich der Musiker selbst als Christ bezeichnet.

Auch seine Familie sei als Gast nach Deutschland gekommen und habe sich „natürlich an Recht und Moralvorstellungen des Gastgebers gehalten“.

„Diese Selbstverständlichkeit sollte für alle gelten - auch wenn nur ein sehr kleiner Teil dies missverstanden hat. Aber gerade dieser kleine Teil belastet alle anderen“, fügte Naidoo hinzu. Diese würden in „Sippenhaft“ genommen und durch eine erschreckende Zunahme von Gewalttaten in Gefahr gebracht.

Dem Sänger war bereits mehrmals vorgeworfen worden, seine Musik enthalte rechtspopulistisches Gedankengut. Vor dem Eurovision Song Contest 2016 wurde Naidoo beschuldigt, in Liedern gegen Juden und Homosexuelle zu hetzen. Der NDR wollte Naidoo für Deutschland zu dem Wettbewerb schicken. Nach einer Protestwelle nahm der Sender die Entscheidung zurück.

2017 sorgte der Song „Marionetten“ von Naidoos Band „Söhne Mannheims“ für Diskussionen. Darin werden beispielsweise „Volksvertreter“ als „Volks-in-die-Fresse-Treter“ bezeichnet, die wie Marionetten von „dunklen Mächten“ gesteuert würden. Naidoo sprach von einer „zugespitzten Zustandsbeschreibung gesellschaftlicher Strömungen“.

(epd)