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578 Transplantationen: Zahl der Organspender in NRW wieder gesunken

578 Transplantationen : Zahl der Organspender in NRW wieder gesunken

Nur 162 Menschen durften im vergangenen Jahr nach ihrem Tod die Organe entnommen werden. Die Zahl der Besitzer eines Organspendeausweises steigt aber. Das macht Hoffnung für die Zukunft.

Nach einem Anstieg in 2015 ist die Zahl der Organspender in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr wieder gesunken. Wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) in Frankfurt am Donnerstag berichtete, spendeten im vergangenen Jahr 162 Menschen nach ihrem Tod ihre Organe - 24 weniger als im Vorjahr.

Insgesamt 578 Organe wurden im vergangenen Jahr in NRW gespendet, 31 weniger als 2015. Im Jahr 2010 hatte es in NRW noch mehr als 250 Spender gegeben. Zwischen diesen Zahlen liegt der Transplantationsskandal an einzelnen Kliniken im Jahr 2012, durch den laut DSO einige Menschen das Vertrauen in das System verloren haben.

In Deutschland stehen mehr als 10.000 Patienten auf einer Warteliste für ein Spenderorgan. Bundesweit ist die Zahl der Menschen, denen nach ihrem Ableben Organe entnommen werden durften, im vergangenen Jahr mit 857 weitgehend unverändert geblieben.

Nach DSO-Angaben besitzen mittlerweile 35 Prozent der Bevölkerung in Deutschland einen Organspendeausweis. 2014 waren es noch 28 Prozent. „Besonders die jüngere Generation ist dem Thema Organspende gegenüber sehr aufgeschlossen“, betonte Axel Rahmel vom Medizinischen Vorstand der DSO. „Wir müssen das Thema Organspende in der Öffentlichkeit noch mehr zum Thema machen“, sagte Rahmel. Oft wüssten Angehörige gar nicht, wie der Verstorbene zur Entnahme seiner Organe gestanden hat. „Im Zweifelsfall entscheidet sich dann mehr als die Hälfte dann gegen die Organspende.“

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte mehr Transparenz beispielsweise bei der Verteilung der Organe. „Mehr als 100 Millionen Euro geben die Krankenkassen seit 2012 für Werbung zum Thema Organspende aus. Das Geld verpufft ohne Wirkung. Wann endlich erkennen die Akteure, dass so kein Vertrauen geschaffen werden kann?“, hieß es in einer Mitteilung von Donnerstag.