Debatte um sexuelle Belästigung in Italien Zehn Sekunden nur „ein Spaß“?

Rom · Zehn Sekunden reichen nicht, um als Grapscher verurteilt zu werden. In Italien scheint das so der Fall zu sein. Im Land hat eine hitzige Debatte um das Urteil eines Gerichts angehoben. Ein Gericht hatte einen 66-Jährigen freigesprochen, der eine 17-Jährige begrapschte.

 Andere Länder, klare Sitten: In Japan warnen Plakate in der U-Bahn vor der Strafbarkeit von Grapschen.

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Foto: picture alliance / Lars Nicolaysen/dpa/Lars Nicolaysen

Die „palpata breve“ ist in Italien derzeit in aller Munde. Der Ausdruck bedeutet soviel wie „kurzes Begrapschen“. Ein umstrittenes Urteil eines Gerichts in Rom hat eine Diskussion im Land ausgelöst. Viele sind empört über den Richterspruch. Den Kritikern zufolge legitimierten die römischen Richter das „kurze Begrapschen“ einer Frau. In den sozialen Netzwerken protestieren Schauspieler, Influencer und andere mit Kurzfilmen gegen das Urteil.