1. News
  2. Panorama

Zeitumstellung am 31. Oktober 2021: Die wichtigsten Fakten zur Winterzeit

Von Sommer- auf Winterzeit : Wie stark beeinflusst uns die Zeitumstellung?

Am Sonntag, 31. Oktober, werden die Uhren auf Winterzeit zurückgestellt. Die Zeitumstellung kann einen aus dem Rhythmus bringen. Die wichtigsten Fakten zu Sommerzeit und Winterzeit.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag, 31. Oktober, wird die Uhr auf die Winterzeit zurückgedreht. Wie stark beeinflusst uns diese Zeitumstellung? Der Mensch hat eine innere Uhr, nach der er sich richtet. Diese innere Uhr orientiert sich  am Tageslicht und nicht daran, auf welche Zahlen die Zeiger der Uhr zeigen, betont die AOK Gesundheitskasse. Die innere Uhr bestimmt so auch den Schlaf-Wach-Rhythmus: Bei Dunkelheit wird Melatonin ausgeschüttet, ein Hormon, das müde macht. Bei Licht wird die Ausschüttung gehemmt. Stattdessen produziert der Körper Cortisol, das wiederum wach macht.

Die innere Uhr des Menschen gerät aus dem Gleichgewicht, wenn die Uhr umgestellt wird. Eine Stunde kann den Körper bereits durcheinanderbringen und den gewohnten Tagesrhythmus stören. Das kann bei vielen Menschen gesundheitliche Probleme hervorrufen. Das ist weniger bei der Winterzeitumstellung, sondern hauptsächlich bei der Umstellung auf die Sommerzeit der Fall. Wenn der Körper sich noch im Nachtmodus befindet, nun aber eine Stunde früher geweckt wird, kann das zur Folge haben, dass das Herz-Kreislauf-System und der Stoffwechsel nicht in Schwung kommen.

Immer mehr Menschen leiden nach der Zeitumstellung an gesundheitlichen oder psychischen Problemen. Das ist zumindest das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der DAK-Gesundheit. Mehr als drei Viertel der Befragten, die schon einmal Probleme im Zuge der Zeitumstellung hatten, fühlen sich dabei schlapp und müde (77 Prozent). An zweiter Stelle der Beschwerden kommen laut Umfrage mit 65 Prozent Einschlafprobleme und Schlafstörungen, unter denen Frauen mit 70 Prozent besonders häufig leiden.

41 Prozent können sich schlechter konzentrieren, fast ein Drittel fühlt sich gereizt. Jeder Achte leidet gar unter depressiven Verstimmungen. Hierbei sind Männer mit 14 Prozent häufiger betroffen als Frauen (10 Prozent). Mit 18 Prozent kam fast jeder fünfte Erwerbstätige nach der Zeitumstellung schon einmal zu spät zur Arbeit.

„Psychische Probleme, die nach der Zeitumstellung auftreten, sind nichts Ungewöhnliches“, sagt Diplom-Psychologin Franziska Kath. Man könne sie mit einem kleinen Jetlag vergleichen. „Die beste Medizin ist dabei auch die einfachste: Ruhe und ein paar Tage Geduld. Oft hilft es schon, sich stressige Termine nicht in die Woche nach dem Dreh an der Uhr zu legen und alles etwas gemächlicher anzugehen“, meint die Expertin.

Autofahrer sollten besonders aufpassen

Wenn am Ende der Sommerzeit in der Nacht zum Sonntag die Uhren eine Stunde zurückgestellt werden, kann das die Gefahren für Autofahrer erhöhen. So etwa fällt der Berufsverkehr am Abend von einem Tag auf den anderen plötzlich in die Dämmerung. Und genau dann finden vermehrt Wildwechsel statt, informiert der Autoclub Kraftfahrer-Schutz.

Die Zeitumstellung kann aber auch Einfluss auf Menschen haben, betont der ADAC mit Verweis auf Umfragen. Wenn diese sich nach der Zeitumstellung müde, schlapp und unkonzentriert fühlen, kann das Unfallrisiko steigen.

Warum gibt es die Zeitumstellung noch gibt 

Die Zeitumstellung sollte längst abgeschafft werden und bleibt uns dennoch weiter erhalten. 2018 befragte die EU-Kommission die Bürger zu dem Thema. Das Ergebnis der Online-Umfrage: 84 Prozent waren für ein Ende des Wechsels zwischen Sommer- und Winterzeit. In Deutschland gilt die Zustimmung als besonders groß. Als Gründe nannten die Teilnehmer etwa, dass die Umstellung ihrer Gesundheit schade. Der damalige Kommissionschef Jean-Claude Juncker verkündete daraufhin 2018: „Die Zeitumstellung gehört abgeschafft.“ Das EU-Parlament stimmte im März 2019 dafür, sie 2021 abzuschaffen.

Seitdem ist aber nicht viel passiert. Der Ball liege bei den 27 Mitgliedstaaten, heißt es von der Europäischen Kommission. Diese müssen sich einigen und klären, ob sie dauerhaft Sommer- oder Winterzeit wollen. Bislang haben die Regierungen im Rat der EU keine gemeinsame Position gefunden.

Sommer- oder Winterzeit?

Die Deutschen haben eine klare Meinung zu der Frage, ob es dauerhaft Sommer- oder Winterzeit geben sollte: Laut einer repräsentativen Studie der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe und des Marktforschungsinstituts mo'web research fordert die Mehrheit eine dauerhafte Sommerzeit. Das hätte zur Folge, dass es im Winter morgens länger dunkel bliebe und abends länger hell.Die Ärzte, vor allem Schlafmediziner, plädieren laut AOK für eine ganzjährige Winterzeit. Bei einer permanenten Sommerzeit wäre es im Winter abends zu hell und morgens zu dunkel, argumentieren sie. Die Folge: Die Menschen werden später müde, müssen aber morgens trotzdem früh aufstehen. Es würde ein konkreter Schlafmangel entstehen.