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Kommentar zum Treffen von Trump und Putin: Alle Augen auf Helsinki

Kommentar zum Treffen von Trump und Putin : Alle Augen auf Helsinki

Das Aufeinandertreffen von Donald Trump und Wladimir Putin in Helsinki könnte zu einem politischen Sommersauna-Besuch werden, der die Welt ins Schwitzen bringt. Ein Kommentar von GA-Korrespondent Dirk Hautkapp.

Nach den Stunksitzungen bei der Nato in Brüssel und der nicht nur Theresa May bitter aufgestoßenen Teatime in Großbritannien könnte das Aufeinandertreffen von Donald Trump und Wladimir Putin in Helsinki zu einem politischen Sommersauna-Besuch werden, der die Welt ins Schwitzen bringt. Hier das personifizierte Bauchgefühl aus Manhattan, das sich seit 18 Monaten erratisch entlang kurzfristiger Kosten-Nutzen-Erwägungen durch die Weltpolitik gaunert und mit einem Tweet einreißt, was über 70 Jahre nach Kriegsende aufgebaut wurde. Dort der ehemalige Spionageabwehroffizier des KGB, der seit nunmehr 18 Jahren seine geopolitischen Züge lange im voraus plant und mit Eiseskälte exekutiert.

Wer hier wen über den Tisch ziehen wird, ist evident. Was aber, wenn die Chemie zwischen den grundverschiedenen Alphatieren wirklich stimmen sollte? Die Angst vor einer unheilvollen Freundschaft zweier für Parallelwelten und alternative Fakten anfälligen Egomanen, die ihre Länder mit Strategien aus der autokratischen Mottenkiste ohne Rücksicht auf andere „groß“ machen wollen, ist berechtigt.

Trump und Putin haben eine gemeinsame Schnittmenge: die Schwächung internationaler Verbünde. Vor allem die Europäische Union darf sich als gefährdet betrachten. Trump wie Putin wollen die EU spalten. Wann startet die gemeinsame Immunisierung? Ironie der Geschichte: Helsinki war einmal das Sinnbild für „Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa“. Trump und Putin werden voraussichtlich eine neue, hässliche Akte aufschlagen.