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Kommentar zu Syrien: Das Drama

Kommentar zu Syrien : Das Drama

Die Feuerpause in Syrien soll am Samstag beginnen. Ihr Start ist aber unsicher, und die syrische Regierung nennt Bedingungen.

Wie lange wird diese Feuerpause in Syrien dauern? Einen Tag, eine Woche? Wird sie überhaupt eintreten? Bis Samstag, wenn zwischen den Regierungstruppen von Machthaber Baschar al-Assad und den diversen Streitkräften der Opposition erstmals seit langem die Kämpfe unterbrochen sein sollen, ist noch viel Zeit in diesem menschenverachtenden Krieg.

Zeit, weiter militärisch Fakten zu schaffen, Menschen zu vertreiben, die Frontlinie zu den eigenen Gunsten zu verschieben.

Schon am Vorabend der Münchner Sicherheitskonferenz hatten die USA und Russland eine Verabredung für einen Waffenstillstand binnen einer Woche verkündet. Diese Woche ist ergebnislos verstrichen. Jetzt soll der nächste angekündigte Beginn einer Feuerpause gelingen.

Die Chancen, dass der Waffenstillstand auch hält, sind allenfalls bescheiden. Die Belagerung von Städten wie Aleppo, die nichts anderes als ein Aushungern der Bevölkerung ist, muss aufhören, humanitäre Hilfskonvois müssen freie Fahrt bekommen, sonst ist diese Feuerpause nichts wert.

Der Krieg in Syrien wird trotzdem weitergehen, weil der Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ oder gegen die Al-Nusra-Front, ein Al-Kaida-Ableger, von der Feuerpause ausdrücklich ausgenommen ist. Das bedeutet aber auch, dass es ausreichend Gelegenheit zur Provokation gibt. In diesem syrischen Drama versuchen einfach zu viele Akteure ihr Terrain zu behaupten.

Ein russischer Luftangriff auf Al-Nusra, der versehentlich oder absichtlich Assad-Gegner trifft, schon ist wieder Pause – mit der Feuerpause .