Kommentar zu 75 Jahren Nato Die Nato ist die Restrisikoversicherung ihrer Mitglieder

Meinung · Im 75. Jahr ihres Bestehens muss sich die Nato dafür wappnen, den Frieden in Europa notfalls auch militärisch zu verteidigen. Würde es sie nicht geben, müsste sie angesichts der aktuellen Weltlage erfunden werden, meint unser Autor.

 Der finnische Verteidigungsminister Antti Häkkänen (l.) und sein deutscher Amtskollege Boris Pistorius während der Unterzeichnung eines Kooperationsabkommens über Seeminen auf dem Nato-Gipfel.

Der finnische Verteidigungsminister Antti Häkkänen (l.) und sein deutscher Amtskollege Boris Pistorius während der Unterzeichnung eines Kooperationsabkommens über Seeminen auf dem Nato-Gipfel.

Foto: dpa/Amanda Andrade-Rhoades

Es heißt, Bündnisse sterben mit ihren Gegnern. Gemessen daran, wäre die Nato seit 1991 – mit der Auflösung des Warschauer Paktes – Vergangenheit. Doch die Nordatlantische Allianz lebt, mehr noch: Sie ist mit mittlerweile 32 Mitgliedern so groß wie nie zuvor, sie ist geeint und sie ist so entschlossen wie lange nicht. Wenn die Nato in diesen Tagen beim Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Washington ihre Gründung vor 75 Jahren feiert, liegt auch eine düstere Erkenntnis über diesem Festakt: Das Bündnis hat nach Jahren der Entspannung wieder einen Gegner, vermutlich sogar Feind: Es ist das Russland des Wladimir Putin. Sowohl in Polen als auch in den baltischen Staaten ist die Angst vor dem russischen Landhunger allgegenwärtig. Trotzdem wird es eine schnelle Aufnahme der Ukraine in die Nato als Geschenk dieses Gipfels nicht geben.