Nato-Beitritt Schwedens Neuer Stress mit Erdogan

Brüssel · Die Geduld der Nato mit der türkischen Blockade des Schweden-Beitritts ist erschöpft. Die Irritation ist längst in Ärger umgeschlagen. Nun gibt es handfeste Drohungen in Richtung Ankara.

Handshake im Juli: Recep Tayyip Erdogan (l.) und Schwedens Premier Ulf Kristersson (r.) mit Nato-Chef Jens Stoltenberg.

Handshake im Juli: Recep Tayyip Erdogan (l.) und Schwedens Premier Ulf Kristersson (r.) mit Nato-Chef Jens Stoltenberg.

Foto: AP/Yves Herman

„Einer für alle und alle für einen“ ist zumeist nur eine Floskel oder ein Bild für Pathos. Wenn aber Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock das zu Beginn eines Nato-Treffens in Brüssel an die Adresse des Bündnis-Partners Türkei sagt, dann sollte das Anlass für ein Läuten der Alarmglocken in Ankara sein. Zwar gibt es für die Nato kein Instrument, ein Bündnismitglied zu zwingen, den Weg für die Aufnahme eines anderen frei zu machen. Doch die Feststellung Baerbocks ist eine direkte Drohung und bedeutet: Pass auf, Erdogan, dass Du uns nicht dazu bringst, im Falle eines Falles unser Beistandsversprechen anders umzusetzen als Du hoffst. Wenn die Türkei in Sachen Blockade der schwedischen Mitgliedschaft das Grundprinzip der Nato weiter torpediert, dann bedeutet das in Baerbocks Worten, „unsere gemeinsame Sicherheit, unsere Freiheit und den Frieden in Europa nicht garantieren“ zu können.